27. Mai 2026 · Mittwoch
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung – 1 Petr 1,18-25
Petrus erinnert in seinem Brief an die Wichtigkeit einer Lebensweise in Gottesfurcht. Denn die Lebensweise der Väter, die fast alle übernommen haben, ist eine heidnische. Und von dieser sind wir alle bereits losgekauft worden – nicht mit Gold oder Silber, sondern mit etwas viel Kostbarerem: mit dem Blut von Jesus Christus. Er hat bereits mit seinem Blut für uns bezahlt, darauf ist die Geschichte der Welt von Anbeginn ausgelegt worden. Fundament unseres Handelns als freie Menschen soll daher immer der Glaube an Gott und das Erlösungsgeschehen durch Jesus Christus sein. Petrus ruft daher zu einem Leben in geschwisterlicher Liebe auf, denn als Glaubensgeschwister verdanken wir alle unsere endzeitliche Rettung dem einen und wahren Gott, bzw. dem unvergänglichen Samen seines Wortes. Nun LSUB, leben wir in unserer Zeit die Liebe nach Gottes Vorstellungen? Das aktuelle Tagesgeschehen in Nah und Fern lässt uns eher das Gegenteil vermuten: Kriege, Hass, Mord und Totschlag, Maßlosigkeit, Egoismus und uneingeschränktes Machtstreben sind die Charakteristika unseres Zusammenlebens auf dieser Welt. Nur wenig Erfreuliches lässt sich den Tagesmeldungen entnehmen. Die Menschheit scheint aus den Katastrophen der Geschichte und besonders aus dem letzten Jahrhundert nicht lernen zu wollen. Aus diesem Grund sollte sich jeder den Appell des Petrus zu einer reinen und aufrichtigen Liebe zu Herzen nehmen, denn vielleicht wird daraus, wie aus einem kleinen Samenkorn, etwas Wunderbares wachsen.
Evangelium – Mk 10,32-45
Auf dem Weg hinauf nach Jerusalem, dem eigentlichen Ziel von Jesu Pilgerschaft, kündigte Jesus an, welches Schicksal ihm in Jerusalem erwarten werde: Man wird ihn den Hohepriestern und den Schriftgelehrten ausliefern, zum Tode verurteilen, geißeln und töten. Am dritten Tage wird er jedoch auferstehen. Da traten Jakobus und Johannes mit der Bitte an ihn heran, ihnen im Himmelreich die besten Plätze an seiner Seite zu reservieren. Kaum zu glauben, da spricht Jesus von seinem bevorstehenden Tod und die beiden Jünger machen sich Sorgen um ihre Stellung und ihr Prestige im Himmelreich! Die besten Plätze soll ihnen Jesus nach seinem Tod, entsprechend dem Selbstbild, welches sie von sich hatten, geben. Wen wundert es, dass daraufhin ein Streit unter den Jüngern ausbrach. Jesus nahm diese Auseinandersetzung sogleich zum Anlass für eine Belehrung: „Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein.“ Jesus stellt mit dieser Aussage die Maßstäbe der Welt auf den Kopf, denn wer von den Großen und Mächtigen möchte sich schon bücken, um dem zu helfen, der ganz unten im Staub der Welt liegt? Der Glorienschein vieler Großer ist ein trügerischer Schein. Die wahre Größe liegt jedoch darin, jenes Licht in sich aufzunehmen, dass alle Herzen erleuchtet, das alle Dunkelheiten vertreiben kann und die wahre Größe des Herzens erkennen lässt. In diesem Licht liegt die Kraft des Lebens und das Heil für die Seele.