undefined. undefined NaN · Heilige Katharina von Siena
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung — 1 Joh 1,5-2,2
Der Autor des ersten Johannesbriefes, der nicht mit dem Apostel Johannes identisch ist, reagierte in seinem Brief auf eine dramatische Spaltung seines Kreises gegen die Strömung der Gnostiker. Diskussionspunkte waren: Ist Jesus tatsächlich im Fleisch gekommen; die Bedeutung des Kreuzestodes Christi und inwiefern Christgläubige noch sündigen können. Johannes betont immer wieder, dass Jesus wirklicher Mensch war, sein Kreuzestod als Sühne für die Sünden wirkt und dass Getaufte sündigen können, aber von jeder Sünde durch den Kreuzestod gereinigt werden. Johannes verwendet bei seiner Argumentation Sätze seiner Gegner, die immer beginnen mit: „Wenn wir sagen …“, um in Folge diese dann zu bestreiten. So beginnt Johannes auch mit: „Gott ist Licht und keine Finsternis ist in ihm“ (V.5). Das heißt: Indem Jesus Christus als „Licht der Welt“ erkannt wird und sich ihm gegenüber Finsternis und Blindheit konstituieren, wird Gott als Licht offenbar, in dem keine Finsternis ist. Von Gläubigen wird daher ein „Wandel im Licht“ (V.7) gefordert, um in Gemeinschaft miteinander und in Liebe verbunden zu bleiben. Natürlich wird dies nie zur Gänze möglich sein, darum reinigt uns das Blut Christi, damit wir wieder sündlos werden. Voraussetzung dabei ist, dass Jesus Christus uns immer wieder neu vergibt. Im Tod Jesu handelte also Gott an uns Wunderbares: Er selbst schenkt uns neues Leben, hier im Diesseits, aber auch dereinst im Jenseits.
Evangelium — Mt 11,25-30
Jesus spricht ein Lobpreisgebet. Er lobt und preist den Vater für die von ihm erhaltenen Vollmachten und dankt ihm für seine Parteinahme für die Armen und Gerechten, welchen er genug Verstand gegeben hat, seine Botschaft zu verstehen. So sind auf dieser Welt die Unmündigen, die Geringen und die Niedergedrückten diejenigen, die Jesus nachfolgen. Die Weisen und Klugen jedoch jene, die nicht zur Nachfolge bereit sind, wie die Schriftgelehrten und Führenden des Landes, über welche jedoch wegen ihrer Blindheit und ihres Unverstandes das Gericht Gottes kommen wird. Die Weisheit der Welt ist in Wahrheit eine Weisheit der Toren, die letztlich zur Kreuzigung Gottes geführt hat. Oft sind es die einfachen Menschen, die mehr Hausverstand haben als diejenigen, die meinen, alles zu wissen – vermeintlich zu wissen. Unvoreingenommenheit macht die einfachen Menschen offener für Gottes Geist. Daraus kannst du lernen: Suche unvoreingenommen nach der göttlichen Weisheit und Klugheit, orientiere dich nicht an der Weltlichkeit. Welcher Art von Weisheit und Klugheit vertraust du? Der weltlichen oder der göttlichen? Das Vertrauen in die Weltlichkeit kann in den Abgrund führen; Gottes Weisheit und Klugheit lässt dich hingegen zur wahren Erkenntnis aufsteigen. Bist du auf der Suche? Wenn ja, wie?