undefined. undefined NaN · Donnerstag

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Apg 13,13-25Evangelium · Joh 13,16-20

Erste Lesung — Apg 13,13-25

Paulus und Barnabas wanderten nach Antiochia in Pisidien. Es war dies eine römische Kolonie mit einem hohen jüdischen Bevölkerungsanteil. Dort angekommen begaben sie sich am Sabbat in die Synagoge und die Synagogenvorsteher forderten Paulus auf, nach der Lesung aus dem Gesetz und den Propheten, Worte des Zuspruchs an das Volk zu richten. Anwesend waren Israeliten, also Juden oder zum Judentum konvertierte und Gottesfürchtige, die mit dem Judentum sympathisierten. Paulus beginnt seine Predigt mit einem Geschichtsrückblick, beginnend beim Exodus bis Johannes dem Täufer und Jesus, als den verheißenen Retter. Er gibt somit einen kurzen Abriss der Heilsgeschichte, um auch die gottesfürchtigen Heiden in die Geschichte Gottes mit Israel einzubeziehen. Die breite Einlassung auf den Täufer war ausgerichtet auf diejenigen, die in ihm bereits den erwarteten Messias sahen. Darum auch das Schlusswort der Predigteinleitung: „Aber siehe, nach mir kommt einer, dem die Sandalen von den Füßen zu lösen ich nicht wert bin“ (V.25). Zuvor aber wies Paulus noch auf die Taufe des Johannes hin, einer Taufe des Umdenkens für das ganze Volk Israel. Umdenken ist auch für uns Christen in der heutigen Zeit gefragt. Wie viele Christen sind lediglich „Taufscheinchristen“ und wollen ihren Glauben, insofern sie noch einen haben, nicht in der Öffentlichkeit bezeugen. Christentum wurde immer mehr etwas für das stille Kämmerlein, christliche Symbole und Traditionen verblassen und geben Raum für Ersatz – oder anderwärtige „Religionen“. Wir sind gefragt, zu handeln!

Evangelium — Joh 13,16-20

Zum letzten Mal isst Jesus mit den Jüngern zu Abend. Noch vor kurzer Zeit hatten sie darüber diskutiert, wer von ihnen der Größte sei. Jesus antwortet nunmehr darauf, indem er sein Obergewand ablegt und ihnen die staubigen Füße wäscht. Er, der Herr und Meister, macht sich bereitwillig zum Knecht und wird so zum Vorbild für alle die ihm nachfolgen wollen. Das bedeutet, dass das Christentum nicht bloß eine moralische Lehre ist, sondern durch die Worte Gottes, durch das Erkennen des Wahrheitsgehaltes dieser Worte, durch die Aufnahme dieser Worte in das innere Herzen, zu einem Tun wird, zu einer Gabe für den Nächsten, zu einem Geschenk. Wir müssen uns geben, weil auch Gott sich für uns gibt. Er schenkt uns sein Geliebt-Sein, sein Eingeladen-Sein, er wartet auf uns. Er beugt sich symbolhaft in der Fußwaschung zu jedem einzelnen von uns nieder. Wir alle sind es ihm wert, für uns zum Sklaven zu werden und uns zu reinigen, zu heilen und zu sich in sein Reich zu führen. So wie er uns die Füße gewaschen hat, so sollen auch wir es einander tun. Scheust du dich davor oder ist dir diese Arbeit zu gering? Dann blick auf den Herrn, er war sogar bereit dazu, sein Leben für dich hinzugeben.