undefined. undefined NaN · Donnerstag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung — Apg 8,26-40
Einer der vertriebenen Christen nach der Ermordung des Stephanus ist Philippus, einer der sieben Männer, die für den Dienst an den Tischen ausgewählt wurden. Ursprünglich war er für die Verwaltung und Verteilung der Güter zuständig, damit sich die Apostel auf die Verkündigung und das Gebet konzentrieren konnten. Da er dieser Aufgabe als Vertriebener nicht mehr nachkommen konnte, widmete er sich der Verkündigung in Samarien. Einmal wieder in der Nähe von Jerusalem, schickt ihn der Engel des Herrn auf die Straße nach Gaza, um dort den Glauben eines Äthiopiers, einen Kämmerer der Königin von Äthiopien, durch das Verständnis der Schrift zu vertiefen. Dieser Äthiopier, ein Eunuch, sympathisiert mit dem Judentum und wird als Gottesfürchtiger dargestellt, der nach Jerusalem gepilgert war, um anzubeten. Philippus unterweist den Äthiopier bei der Auslegung der Schrift und spontan danach lässt sich dieser taufen. Nach der Taufe wird Philippus vom Geist Gottes entrückt, d.h. an einen anderen Ort versetzt und der Äthiopier kehrt voll Freude in seine Heimat zurück. Der größte Wunsch des Äthiopiers war es, getauft zu werden, um in die Gemeinschaft mit Jesus Christus aufgenommen zu werden. Sind uns, die wir schon meist als Kleinkinder getauft wurden, der Bedeutung der Taufe und die daraus resultierenden Konsequenzen für unser Leben bewusst? Viele Christen in unseren Breiten sind nur mehr „Taufscheinchristen“, ohne in der Realität, im Leben, wahrer Christ zu sein. Christ zu sein bedeutet nämlich, den steilen und steinigen Weg der Nachfolge zu beschreiten und Jesus als den einzigen Herrn im Leben zu betrachten. Tun wir das?
Evangelium — Joh 6,44-51
Schon im Prolog des Johannes Evangeliums hören wir: „Niemand hat je Gott gesehen“ (Joh 1,18a). Es ist dies eine erschreckende Aussage, die an den Grundfesten unseres Glaubens rüttelt, denn wie sollen wir als Christen an jemanden glauben, den nie jemand gesehen hat? Ist unser Glaube gar ein blinder Glaube und entbehrt er jeder Grundlage? Die Antwort auf diese Fragen gibt uns Jesus selbst: Derjenige, der von Gott ist, Jesus Christus, hat den Vater gesehen. Er ist der Einzige, der vom Vater Kunde bringen kann, weil er ihn vom innersten Herzen her kennt, weil er als das Wort, als Logos, von Anfang an bei ihm war und selbst Gott ist. In ihm ist das Wort Fleisch geworden und sein Wort ist daher Gottes Wort, sein Tun ist Gottes Tun und sein Blick ist Gottes Antlitz in Menschengestalt. Und wer ihn hört, vernimmt nicht nur Menschenwort, sondern Gottes Worte. Wer ihn annimmt, nimmt Gott an. Und nur er hat die Macht, unsere Seelen zu reinigen und uns von unseren Sünden zu befreien. Wer an ihn glaubt, hat das ewige Leben. (Nach einer Predigt von Kardinal Ch. Schönborn) Wie stark ist dein Glaube an den Herrn? Glaubst du nicht an Gott, den Schöpfer und an Jesus Christus, den Erlöser, könnte dein Heil in großer Gefahr sein. Glaubst du hingegen an die Worte des Herrn und handelst danach, wird dich der Herr dereinst in seine Gemeinschaft mit dem Vater aufnehmen.