undefined. undefined NaN · Mittwoch

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Apg 8,1b-8Evangelium · Joh 6,35-40

Erste Lesung — Apg 8,1b-8

Als Folge von Stephanus Hinrichtung werden auch fast alle anderen Mitglieder der Gemeinde verfolgt und entweder aus der Stadt vertrieben oder gefangen genommen. Ausnahme bilden die Apostel, sie bleiben verschont. Warum? Die Apostel waren die „Hebräer“, sie galten noch immer als fromme Juden, zumal sie regelmäßig den Tempel besuchten. Die „Hellenisten“ hingegen, die Diasporajuden, waren in ihrem Denken freier und der neuen Lehre gegenüber offener, auch in ihrer Lebensweise und demnach gefährlicher als die „Einheimischen“. Ihre Verfolgung führte aber nicht zur Auflösung der Gemeinde. Im Gegenteil, sie führte durch Zerstreuung ungewollt zur Mission und Ausbreitung in ganz Judäa und Samarien. Der Hinrichtung des Stephanus wohnte ein Mann namens Saulus bei, ein Mann, der später zur Hauptfigur der Apostelgeschichte werden sollte, bekannt unter dem Namen Paulus. Saulus wurde aber nicht durch seine Bekehrung zum Paulus – wie so oft angenommen – das ist so nicht in der Apostelgeschichte belegt. Im Diasporajudentum hatten die Juden meist neben dem jüdischen Namen (hier „Saulus“) auch einen hellenistischen („Paulus“). Der Name Paulus wird auch erst später, in Apg 13,9 erwähnt. An der Geschichte des Saulus/Paulus können wir erahnen, was Umkehr bedeutet. Wahre Umkehr bedeutet Herzensänderung, Ausrichtung des Lebens auf ein neues Ziel sowie Standhaftigkeit im Glauben bis hin zur Aufopferung seines Lebens für den Glauben in Zuwendung zum Nächsten und Hintanhaltung des eigenen Ich. Wie weit sind wir auf diesem Weg schon gekommen?

Evangelium — Joh 6,35-40

Jesus erinnert in seiner Rede in der Synagoge von Kafarnaum an die Speisung der Fünftausend. Die Menschen haben bei diesem Wunder erlebt, wie durch Teilen von fünf Broten und zwei Fischen alle satt wurden und zuletzt sogar noch zwölf Körbe voll übriggeblieben sind. Ein einzigartiges Beispiel dafür, dass der Glaubende nie mehr Hunger oder Durst leiden wird. Doch die Menschen tun sich schwer mit dem Glauben an Jesus, denn ihnen fehlt der Schritt vom Wunder zum Glauben, vom Sehen zum Aufnehmen ins Herz. Wer hingegen Jesus in sein Herz aufnimmt, ihm vertraut, an ihn glaubt, den wird Jesus nicht abweisen. Dazu spricht Jesus ein starkes Trostwort: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen!“ Viele Beispiele, festgehalten in der Heiligen Schrift, belegen diese Worte. Selbst dem reumütigen Schächer am Kreuz versprach Jesus das Paradies. Für uns Christen führt der Weg zum Heil ausschließlich über Jesus. Wer an ihn glaubt, hat schon das ewige Leben. Der Glaube an ihn und sein Werk für uns sind der Schlüssel zur Ewigkeit. Dieser Glaube an ihn beinhaltet jedoch auch den Glauben an den Vater als die unfassbare Wahrheit und Wirklichkeit des gesamten Seins. Bist du schon auf dem Weg zu Jesus? Dieser Weg führt dich aber nicht nur zu ihm hin, er führt dich weiter als Weg der Nachfolge im Dienst am Nächsten. Beschreite diesen Weg, dann wird dich Jesus dereinst nicht abweisen.