undefined. undefined NaN · Dienstag

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Apg 7,51-8,1aEvangelium · Joh 6,30-35

Erste Lesung — Apg 7,51-8,1a

Stephanus wurde wegen seiner Verkündigungsreden angeklagt und steht nun vor dem Hohen Rat. Doch anstelle einer Verteidigungsrede, die man sich von ihm in dieser Situation erwartet hätte, dreht er den Spieß um und wird zum Ankläger gegen seine Ankläger und Richter. Er wirft ihnen vor, dass sie sich wie ihre Vorfahren zum Glauben verhalten, denn schon die Väter haben die Propheten verfolgt und getötet, welche die Ankunft des Gerechten vorangekündigt hatten. Und die jetzigen Behörden sind nun die Verräter und Mörder dieses Gerechten, Jesus Christus, des verheißenen Messias, des vom Tod Auferstandenen und an die Seite Gottes Erhöhten. Im Heiligen Geist kann Stephanus dies sogar erkennen, der Himmel hatte sich für seinen Blick geöffnet. Die Ankläger des Stephanus geraten daraufhin in „Raserei“ und können nur mehr mit Gewalt reagieren. Sie können nicht mit Kritik umgehen, geistlose Gewalt ist ihre Antwort. Die anschließende Steinigung wirkt wie ein Akt von Lynchjustiz. Stephanus ist der Erste, der umgebracht wird, weil er sich zu Jesus Christus bekennt. Wie viele Christen mussten seit damals ihr Leben für ihren Glauben geben? Heute ist das Christentum die meistverfolgte Religionsgemeinschaft der Welt. Zum Glück noch nicht bei uns in Europa, doch beginnen sich bereits auch bei uns erste Zeichen zu zeigen, die das Christentum als Religion ablehnen. Dazu zählen nicht nur Gläubige anderer Kulturkreise, sondern auch Menschen aus unseren eigenen Reihen. Berührt uns das? Welche Zukunft hat das Christentum?

Evangelium — Joh 6,30-35

Im heutigen Evangelium versammelt sich um Jesus eine Menge, die noch immer die Brotvermehrung vor Augen hat. Sie bitten ihn: „Herr, gib uns immer dieses Brot!“ (Joh 6,34). Doch Jesus lädt sie dazu ein, sich eine neue Sichtweise anzueignen, indem er sagt: „Ich bin das Brot des Lebens …“. Er wandelt damit den Hunger nach Brot um in einen Hunger nach Gott, nach Brüderlichkeit, Begegnung und Liebe. Dieses Brot vermag unsere Verschlossenheit und Einsamkeit zu öffnen und befähigt uns, auch jenen von diesem Brot zu geben, die vom Leben benachteiligt sind. Und dann bekräftigt Jesus: „Wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern!“ – Das Einzige, das der Herr dafür von uns verlangt, ist: „Kommt!“. Er lädt uns ein, aufzubrechen, uns zu bewegen, hinauszugehen, auf ihn zuzugehen, damit wir an seinem Leben und seiner Sendung teilhaben können. Bei diesem Kommen geht es aber nicht darum, einen bestimmten Ort zu verlassen, sondern darum, uns von ihm bewegen zu lassen, uns von seinem Wort in unseren Entscheidungen, Gefühlen und Prioritäten verwandeln zu lassen. Damit wir uns trauen, dieselben Gesten zu vollziehen wie er, mit derselben Sprache zu sprechen wie er: Der Sprache des Brotes, der Zärtlichkeit und der Liebe.