undefined. undefined NaN · Sonntag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung — Apg 2,14.22b-33
Mit dem Empfang des Heiligen Geistes sind die Jünger – einfache Fischer – nun imstande, öffentlich aufzutreten und zu lehren. Die erste öffentliche Rede des Petrus ist die s.g. Pfingstpredigt, in deren Mittelpunkt die Aussage über den Tod und die Auferstehung Jesu steht. Dessen Wunder werden nur kurz als Beglaubigung durch Gott erwähnt und seine Lehre gar nicht. Auch sein Leiden und sein Kreuz werden mehr theologisch gedeutet als konkret aufgezählt. Den Schwerpunkt der Predigt bildet dann die Auferstehung, die mit einem langen Psalmzitat gedeutet wird, wobei Petrus gezielt aus zwei David zugeschriebenen Psalmen zitiert, weil es um den Messias als „Sohn Davids“ und um das rechte Verständnis der Davidsohnschaft geht. Die Predigt des Petrus ist eine Missionspredigt aus den Anfängen des Christentums und es brauchte Zeit, um das Gehörte in den Herzen der Zuhörer reifen zu lassen. Ein Glaube, der wirklich Zeugnis geben kann und will, braucht eben diese Reife und die innere Gewissheit, dass das Leben tatsächlich über den Tod gesiegt hat. In diesem Sinne ist Glaube nie etwas Fertiges, Abgeschlossenes. Immerwährend erhalten wir die Chance und die Gelegenheit, im Glauben zu wachsen. Dieses Wachstum ist notwendig, um das eigene Leben zu verändern und das geschieht nicht von heute auf morgen. Wir müssen im Glauben reifen bis zu jenem Tag, an dem von uns dieser Glaube verlangt, mit einem Lächeln auf den Lippen vor den Herrn zu treten. In diesem Moment wird der Glaube zur Realität , so wie das ewige Leben dann für jeden von uns zur Realität werden wird.
Evangelium — Lk 24,13-35
Zwei der Jünger fliehen nach der Hinrichtung Jesu weg von Jerusalem. Das Paschafest war für sie zum schmerzlichsten Tag ihres Lebens geworden. Sie wollen nun alles hinter sich lassen, in ein ruhiges Dorf gehen und vielleicht wieder zu ihrem gewohnten Alltag zurückkehren. Auf ihrem Weg, den sie nachdenklich beschreiten, begegnen sie einem „Fremden“, es ist aber Jesus, der Auferstandene. Ihre Augen sind jedoch nicht in der Lage, den geliebten Herrn zu erkennen, denn: „Sie waren wie mit Blindheit geschlagen“ (Lk 24,16). Ihre Sinne sind wie betäubt, ihnen fehlt der klare Blick und die Hoffnungslosigkeit schränkt sie im Erkennen der Wahrheit ein. Obwohl Jesus stets mit und bei uns ist, erkennen ihn viele nicht und spüren auch nicht seine Anwesenheit. Oft liegt es daran, dass die Probleme und Sorgen des Alltags unsere Augen und Ohren für das Wesentliche verschließen, nämlich die Nähe Jesu zu uns. Dabei geht er täglich deinen Weg mit dir, er verlässt dich nicht und möchte, dass du ihn erkennst, dich an seiner Liebe zu dir erfreust und ihm vertraust. Wende daher, neben der Aufmerksamkeit für die notwendigen Dinge des Alltags, dein Herz auch demjenigen zu, der dir das ewige Heil ermöglicht. Lass nicht nach darin, ihm deine Nähe zu zeigen, im Gespräch mit ihm, aber auch in der Zuwendung zu deinen Nächsten, die so wie du, ein Ebenbild Gottes sind.