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Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Apg 6,1-7Evangelium · Joh 6,16-21

Erste Lesung — Apg 6,1-7

Innerhalb der frühen Gemeinde kommt es zu einem ersten Konflikt. Er hat seine Ursache darin, dass es zwei Gruppen in der Gemeinde gibt: die hebräischen Juden, das sind Judenchristen, die hebräisch bzw. aramäisch sprechen, und die griechischen Judenchristen, die griechisch sprechen und vor allem ältere Diasporajuden sind, die gegen Ende ihres Lebens nach Jerusalem ziehen, um in der Nähe des Tempels und damit in der Nähe Gottes zu sein. Nach ihrem Tod waren ihre Witwen unversorgt, da sie in der Regel nicht zu den ansässigen jüdischen Familien gehörten. Doch dass gerade Witwen in der Gemeinde leer ausgehen, ist mit der Lehre Jesu nicht vereinbar. Aber die Apostel haben eine Lösung. Sie übertragen den Hellenisten das Amt der tätigen Liebe, die Verwaltung und Verteilung der Güter, und konzentrieren sich selbst auf das Gebet und die Verkündigung. Zu diesem Zweck werden aus der Gemeinde sieben geeignete Männer gewählt, die durch Handauflegung unter Gebet von den Aposteln für ihr Amt autorisiert werden. Genannt werden diese später, jedoch noch in der Zeit des Lukas, Diakone. Erstaunlich war, dass die Zwölf durch die Größe der Gemeinde rasch an ihre Grenzen stießen und dies zugaben. Und dass sie die Gemeinschaft baten, einen Lösungsvorschlag zu diskutieren und die ganze Gemeinde an der zu treffenden Personalentscheidung beteiligt war. Würden doch wir uns heute ein Beispiel an dieser Vorgehensweise bei der Auswahl von Führungskräften nehmen!

Evangelium — Joh 6,16-21

In der Nacht nach der Brotvermehrung fuhren die Jünger allein, ohne Jesus, zurück über den See nach Kafarnaum. Ein Sturm kam auf und wühlte den See heftig auf. Da sahen die Jünger, wie Jesus über den See kam und sich ihrem Boot näherte. Sie erschraken, doch Jesus beruhigte sie und rief ihnen zu: „Ich bin es, fürchtet euch nicht!“ (Joh 6,20). Er, in Gemeinschaft mit Gott, dem Herrn der Schöpfung, erhob sich über die Schöpfung und brachte Licht in die Dunkelheit der Jünger. Wir lesen dazu: „… aber schon war das Boot am Ufer, das sie erreichen wollten“ (Joh 6,21). Auf wundersame Weise erfolgte die Rettung im Sturm – ohne ihr Zutun befanden sich die Jünger urplötzlich, mit dem Erkennen Jesu in Sicherheit auf festem Boden. Breitet sich Dunkelheit um einen aus, oder befindet man sich in seiner eigenen Dunkelheit, kann es schon vorkommen, dass man die Nähe des Herrn nicht spürt. Wir bemerken in unserer Not nicht die Anwesenheit des Herrn und meinen, von ihm im Stich gelassen worden zu sein. Not verstopft oft unsere Ohren für den Ruf des Herrn und schlägt unsere Augen mit Blindheit vor seiner Anwesenheit. Doch der Herr gibt seine Nähe zu uns nicht auf. Wenn du, gefangen von der Dunkelheit, nicht stehenbleibst oder resignierst, sondern auf den Herrn vertraust, wirst du erkennen, dass der Herr dich nicht verlässt, sondern dich stützt und wieder auf sicheren Boden zurückbringen wird.