undefined. undefined NaN · Dienstag

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Apg 4,32-37Evangelium · Joh 3,7-15

Erste Lesung — Apg 4,32-37

In diesem Abschnitt der Apostelgeschichte finden sich eine Darstellung des idealen Zustandes der Urgemeinde: Alle hatten alles gemeinsam, einer steht für den anderen in materieller Hinsicht ein, niemand muss Not leiden. Güter und Besitztümer wurden verkauft, der Erlös daraus den Aposteln übergeben, die in Folge für die Verwaltung bzw. Verteilung zuständig waren. Später wird den Aposteln diese Aufgabe zu viel und sie wird den „Sieben“ übertragen (Apg 6). Lukas stellt uns hier ein Ideal vor Augen. Es handelt sich nicht um einen realen Zustand, was schon die nachfolgende Perikope am Negativbeispiel des Hananias und der Saphira zeigt. Doch soll uns dieses „Ideal“ zur Nachahmung – so weit möglich – ermutigen: Einer soll für den Anderen in materieller Hinsicht einstehen, niemand soll materielle Besitztümer horten und ausschließlich für sich selbst nutzen. Und wer im Glauben an den Auferstandenen des wahren Lebens gewiss geworden ist, der hängt nicht mehr selbstsüchtig an den Gütern dieser Welt. Andererseits wird mit dieser Einstellung auch die Auferstehung des Herrn mit großer Kraft bezeugt. Denn der Herr und sein Evangelium sind die Triebfeder dafür, im Gegensatz zum Kommunismus, in dem von einer kleinen Elite dem Rest befohlen wird, wie zu leben sei, damit die Elite ausgesorgt hat. Unser Antrieb muss die Liebe sein, der Blick auf den Anderen und die Sehnsucht, im Nächsten wirklich Christus zu begegnen.

Evangelium — Joh 3,7-15

Jesus erklärt dem Nikodemus mit einer Geschichte aus dem Alten Testament das Geheimnis des Kreuzes: Während seiner Wüstenwanderung revoltiert das Volk gegen Moses und somit auch gegen Gott. Es war der langen Wüstenwanderung mit all ihren Entbehrungen überdrüssig und wollte wieder zurück nach Ägypten. Als Mahnung schickt Gott Giftschlangen unter das Volk, das heißt, er überlässt die Menschen ihrem rebellierenden Willen, was zur Folge hat, dass das Gift und das Zerstörerische dieses Willens zum Vorschein kommen. Wieviel dieses Giftes gibt es bereits auf dieser Welt?! In der Mosesgeschichte geschieht in Folge die Rettung der Menschen dadurch, dass eine rettende „Gegenschlange“ aufgestellt wird, ein Holzgestell, an dem eine abgebildete Schlange hängt, auf die zu blicken die Rettung ist. Nikodemus erhält hier ein schattenhaftes Vorausbild von Jesu Kreuzgeheimnis. In Joh 3,14 lesen wir: „Und wie Moses die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der glaubt, in ihm ewiges Leben hat“ (Joh 3,14). Zum revoltierenden Volk in der Wüste gibt es Parallelen in unserer Zeit. Wie viele Christen sind bereits des Christentums müde geworden? Wäre es nicht schöner, ein Leben ohne all die von Gott auferlegten Gebote zu leben? Doch hinter einem ausschweifenden Leben steht die Sinnlosigkeit, oft Einsamkeit und es lauern Abgründe, aus welchen man aus eigener Kraft kaum mehr herauskommt. Wie dürftig ist doch ein Leben ohne Gott und ohne Weisungen des Glaubens!