undefined. undefined NaN · Weißer Sonntag

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Apg 2,42-47Evangelium · Joh 20,19-31

Erste Lesung — Apg 2,42-47

Heute lesen wir in der Apostelgeschichte, dass die Lehre der Apostel immer mehr an Bedeutung gewann und die Zahl der Jesusnachfolger stieg. Es bildeten sich immer mehr Gemeinschaften, sogenannte Hausgemeinschaften und somit eine neue junge Gemeinde. Die Anfangszeit dieser Gemeinde wird jedoch sehr idealisiert dargestellt: die Teilnehmenden denken neu darüber nach, was sie besitzen und wo es Menschen an Hilfe fehlt. Man kommt weiterhin als vorbildhafte Juden im Tempel zum gemeinsamen Gebet zusammen, feiert aber das Abendmahl in den Privathäusern, unter Ausschluss einer Öffentlichkeit, die nicht oder noch nicht zum Glauben an Christus gekommen ist. Allerdings dürfte die in der Apostelgeschichte beschriebene Idealform des Zusammenlebens (ohne eigenen Besitz) nicht lange Bestand gehabt haben. Nach einem beeindruckenden Aufbruch kam es bald zu einem traurigen Scheitern. Dies soll uns aber nicht entmutigen. Die wesentlichen Merkmale der frühen Gemeinde sind auch noch für uns, die wir alle Nachfahre der ersten Christen sind, von zentraler Bedeutung: die Lehre, das Brechen des Brotes, das Gebet und die Gemeinschaft, in welcher wir im solidarischen Teilen füreinander einstehen. Halten wir weiter daran fest, gerade in einer Zeit, in der „Christsein“ nicht mehr „in“ ist und immer mehr Menschen vom Glauben abfallen und sich neue Götter suchen oder schaffen. Zeigen wir, dass wir als Mitglieder der christlichen Gemeinde füreinander da sind und niemand allein seinen Weg, der oft steinig und holprig sein kann, gehen muss.

Evangelium — Joh 20,19-31

Jesus wurde hingerichtet, er starb am Kreuz und ist nach drei Tagen wieder auferstanden. Nach der Erzählung des Evangelisten Johannes erschien er zuerst Maria von Magdala und dann seinen Jüngern, wobei Thomas aber nicht anwesend war. Natürlich konnte dieser nicht glauben, was ihm die anderen von ihrer Begegnung mit dem Herrn berichteten – niemand ist bisher vom Reich der Toten auf diese Welt zurückgekehrt. Auch heute gibt es viele Menschen, die das Geschehen vor 2 000 Jahren in Frage stellen, es manchmal als nette Geschichte betrachten, aber nicht als etwas, was sie selbst betrifft. Manche lächeln über den Glauben. Das ist auch ein Grund dafür, warum so viele Gläubige ihren Glauben nicht mehr in der Öffentlichkeit zeigen wollen. Es ist ein Fehler, nur an das zu glauben, was man sieht. Es gibt so viele Dinge zwischen Himmel und Erde, die auch uns Menschen aus dem 21. Jahrhundert noch verschlossen sind und wahrscheinlich verschlossen bleiben. Der Glaube kann aber jene Tür öffnen, die für uns so bedeutend ist, die unser ganzes Leben ändern kann; das ist das Geheimnis des Glaubens. Erinnert werden wir daran bei jeder Messfeier in eben diesem Ausruf: „Geheimnis des Glaubens“. Die Antwort darauf: „Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bist du kommst in Herrlichkeit“, ist der Schlüssel zu dieser Türe – unser Glaube.