undefined. undefined NaN · Mittwoch
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung — Apg 3,1-10
Kontext: Die Kirche in Jerusalem – In der Kraft des Heiligen Geistes vollbrachten die Apostel viele Zeichen und Wunder. Die heutige Schriftstelle berichtet, wie Petrus und Johannes als fromme Juden zum Tempel gehen, um zur neunten Stunde (15:00 Uhr) ihr Nachmittagsgebet zu verrichten. Am Tempeleingang saß ein Gelähmter; als solcher durfte er den Tempel nicht betreten und war, um überleben zu können, auf Almosen angewiesen. Auch Petrus und Johannes streckte er seine Hände entgegen, in der Meinung, sie hätten etwas Geld für ihn. Doch anstelle von Geld schenkt ihm Petrus etwas ganz anderes. Petrus fasste ihn an der Hand, richtete ihn auf und forderte ihn auf, umherzugehen. Der Lahme an der „Schönen Pforte“ des Tempels wird in der Kraft des Geistes und im Namen Jesu geheilt, sprang umher (V.8) und lobte Gott. Hier greift Lukas die Terminologie von Jes 35,6 auf: „Dann springt der Lahme wie ein Hirsch“. Petrus hilft dem Lahmen, sich wieder als Mensch unter Menschen zu fühlen, indem er denen, die tagtäglich an ihm vorbeilaufen, wieder auf Augenhöhe begegnen kann. Oft kommt es gar nicht auf Gold und Silber an, auch ein gutes Wort oder eine aufmunternde Geste sind oft Goldes Wert. Wir dürfen alles zum Wohl unserer Nächsten in Not tun, in Christus und mit Christus in uns. Das Wirken Jesu kann in uns seine Fortsetzung finden. In diesem Sinne hat Jesus den Tod besiegt und auch wir können dazu beitragen, seelisch Tote wieder aufzuerwecken. Gottes Tun kann somit weitergehen.
Evangelium — Lk 24,13-35
Nach der Rückkehr der beiden Jünger aus Emmaus erzählten sie freudig den anderen Jüngern von ihrem Erlebnis mit dem Auferstandenen, als plötzlich Jesus in ihre Mitte trat. Die erste Reaktion aller war Schrecken, Angst und Zweifel. Ist das so verwunderlich? Wie würden wir reagieren, wenn plötzlich jemand mitten unter uns stehen würde, an dessen Begräbnis wir vor drei Tagen teilgenommen hatten? Die Jünger meinten jedenfalls, einen Geist zu sehen. Es brauchte eine Zeit lang bis sie ihn erkannten. Aber wie können wir Jesus erkennen? Jesus kannst du nur erkennen, wenn du deinen Lebensweg mit wachen und auf den Herrn ausgerichteten Sinnen beschreitest. Von Jesu Wirken wirst du dabei selbst betroffen sein, bzw. wirst du seine Anwesenheit an anderen und durch andere spüren. Du kannst auch selbst zu einem Werkzeug des Herrn werden, wenn du auf seine Stimme hörst, in seine Fußspuren trittst und das tust, was er vorgelebt und gelehrt hat. Der Herr wird dich dann stets begleiten und dir zur Hand gehen, wenn du seine Hilfe benötigst. Andere Menschen werden dann an dir, wenn du dein Brot mit ihnen teilst, die Nähe des Herrn spüren. Denn diese Welt ist nicht dazu da, um sie in Besitz zu nehmen, sondern um alle ihre Güter, ohne dunkle Gedanken an den eigenen Profit und an die Verwirklichung bloß eigener Vorteile, zu teilen.