undefined. undefined NaN · Gründonnerstag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung — Ex 12,1-8.11-14
Der Exodus beginnt mit der zehnten und letzten Plage, die die Ägypter als letzter und entscheidender Schlag treffen soll. Gott wird Gericht halten und gleichzeitig damit sein Volk zur Flucht von der Sklaverei und Unterdrückung verhelfen. Das Blut von geschlachteten jungen Lämmern soll als Zeichen der Zugehörigkeit zu Gottes Volk und als Schutz gegen Bestrafung an die Türpfosten gestrichen werden. Gott greift damit zugunsten des Lebens, der Freiheit, gegen Gewalt und Unterdrückung ein. Er hat die Rufe seines Volkes gehört und handelt. In Erinnerung gehalten wird diese Nacht des Exodus mit dem Paschafest, dem Hauptfest des Judentums, als Grundlage ihrer religiösen Identität. Seine Wurzeln hat dieses Fest im Frühlingsfest der Nomaden, die zum Schutz vor Dämonen die Eingänge ihrer Zelte mit Blut bestrichen und ein Opfermahl hielten. Dieses Fest wurde später mit dem Fest der ungesäuerten Brote verbunden, bei dem das Gedenken an den Auszug aus Ägypten im Mittelpunkt stand. Das Pascha, das sich zu Beginn des Exodus vollzog, wurde zum Heil für Israel und zum Gericht über Ägypten. Das schutzbringende Blut des Lammes ist für uns Christen das Blut des Lammes Jesu, der mit der Feier des letzten Abendmahles uns sein Blut und sein Fleisch in Form von Wein und Brot zum Heil angeboten hat, damit das Gericht Gottes an uns vorüberzieht. Weil Gott nicht den Tod, sondern das Leben aller Menschen möchte, schenkt er uns diese Speisen, die Leben schenken, wenn wir sie wirklich wollen und uns von ihnen zum neuen Leben nähren lassen.
Evangelium — Joh 13,1-15
Jesus wäscht beim Letzten Abendmahl seinen Jüngern die Füße. Dieses Verhalten zu verstehen, fiel den Jüngern äußerst schwer, sogar Petrus reagiert mit den Worten: „Niemals sollst du mir die Füße waschen!“ (Joh 13,8). Damals war es üblich, einem Gast beim Eintritt in das Haus von einem Sklaven die Füße waschen zu lassen. Es war dies ein niedriger Dienst, der nur in einer demütigen Haltung ausgeführt werden konnte. Was bewog Jesus, den Jüngern die Füße zu waschen? Er, der Meister, der Herr? Jesus steht bei dieser Handlung nicht als Lehrer vor seinen Schülern. Er erkennt stets das Notwendige und tut es auch. Eben darum wurde er zum Vorbild für uns. Darüber hinaus erkennen wir im Akt der Fußwaschung die demütige Haltung und die Liebe des Vaters, der sich nicht zu schade ist, sich zu uns Kleinen herabzubücken. Die Liebe des Vaters und des Sohnes ist die vollendete Liebe. Jesu Liebe galt aber nicht nur seinen Jüngern damals, seine Liebe gilt bis heute all jenen, die ihm vom Vater anvertraut werden. Damals im Abendmahlsaal hat er seine Liebe symbolhaft mit dem sichtbaren Zeichen der Fußwaschung ausgedrückt. Etwas später sollte das Kreuz zu einem dauerhaften Symbol der Liebe für uns alle werden. In diesem spiegelt sich das Leben mit seinem Leid und es öffnet sich beim Anblick des Gekreuzigten, denn hinter ihm erschließt sich durch seine Liebe das verheißene ewige Heil. Was ist deine Antwort auf Jesu Liebe? Er war bereit, für dich auf das grässlichste Mordinstrument zu steigen. Wie weit würdest du für ihn gehen? Wo definierst du deine Grenzen? Was bist du bereit für den Empfang des ewigen Lebens zu tragen?