undefined. undefined NaN · Mittwoch

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Jes 50,4-9aEvangelium · Mt 26,14-25

Erste Lesung — Jes 50,4-9a

Das israelitische Volk lebt in der Verbannung. Es kommt zu Klagen, die Meinung wird vertreten, Gott habe sein Volk verstoßen wie eine ungeliebte Frau und damit seinen Bund mit Israel aufgekündigt. Auch der Prophet hat es schwer in dieser Situation. Immer wieder spiegelt sich in seinen Worten seine eigene Mut- und Hoffnungslosigkeit sowie auch jene des Volkes. Als Knecht Gottes, den Untergang Babylons ankündigend, wurde er vielleicht sogar von den Babyloniern und Feinden in den eigenen Reihen verfolgt, die seinem Ruf zum Verlassen des Landes nicht mehr Folge leisten wollten. In der heutigen Lesung wird der Knecht Gottes als Gegenbild seines Volkes dargestellt: Er ist der vollkommene Schüler oder Jünger, der ganz Ohr für das Wort des Herrn ist und das verkündet, was ihm gesagt und aufgetragen wird, unbekümmert der Feindschaft, die er sich dafür zuzieht. An seinem Beispiel wird deutlich, dass Gehorsam gegenüber Gott und Vertrauen in ihn der einzige Schutz und Halt sind für jene, die noch im Finstern leben. Wer gegen Gott und seine Beauftragten in den Krieg zieht, wird durch seine eigenen Machenschaften umkommen. Viele Christen sehen in diesem Gottesknecht nicht nur Propheten wie Jesaja oder Jeremia, sondern auch Jesus Christus, der zum Vater in einem vollkommenen Jüngerverhältnis steht. Und Jünger sind wir alle. Werden wir dieser Rolle gerecht?

Evangelium — Mt 26,14-25

Der Mittwoch der Karwoche wird auch der „Mittwoch des Verrats“ genannt, der Tag, an dem Judas seinen Meister verkauft. Wer war dieser Judas? Wir wissen nicht, wie sein Leben ausgesehen hat. Er war schwach als Jünger, aber trotzdem liebte Jesus ihn. Und Judas liebte das Geld: Im Haus des Lazarus, als Maria die Füße Jesu mit teurem Nardenöl salbte, stellte er seine Überlegung an, und Johannes betont: „Aber er sagte es nicht, weil er die Armen liebte, sondern weil er ein Dieb war“ (vgl. Joh 12,6). Die Liebe zum Geld hat ihn alle Regeln vergessen lassen, hatte ihn dazu gebracht, zu stehlen, und vom Stehlen zum Verrat geführt. Doch Jesus bezeichnete ihn nicht als Verräter. Er nannte ihn „Freund“ und er küsste ihn. Auch heute gibt es so viele Judasse auf dieser Welt. Menschen, die für Geld bereit sind, alles zu tun: Sich selbst verkaufen, Unwahrheiten sagen, um noch mehr zu Geld und Macht zu gelangen und sich auf Kosten von anderen zu bereichern. Erleben können wir das im Großen, wie auch im Kleinen, in der Politik, im Wirtschaftsleben sowie selbst unter den Kleinen. Jeder Mensch ist fähig, zu einem Judas zu werden. Jeder von uns hat die Möglichkeit, sich von der Liebe zum Geld oder zu Gütern oder zum Wohlstand locken zu lassen. „Judas, wo bist du?“ Diese Frage sollten wir uns selbst stellen. Wo ist der kleine Judas in mir?