undefined. undefined NaN · Dienstag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung — Jes 49,1-6
Die heutige Schriftstelle beinhaltet das zweite Lied vom Gottesknecht. Jesaja beschreibt darin seinen Auftrag: Wie ein „scharfes Schwert“ (V2) sind seine Worte und seine Aufgabe ist hart, der Erfolg gering. Als Knecht Gottes führt er gegenüber der Völkerwelt das Wort, um „Licht der Völker“ zu sein. Seine Mission beschränkt sich daher nicht nur auf den Binnenraum Israels, sondern hat weltweite Dimension. Viele soll er überzeugen, sich aus der Diaspora auf den Heimweg zu machen. Wird es ihm gelingen, seine Landsleute zum Verlassen des Exils zu bewegen? Eines ist sicher: Wagen sie diesen Schritt, wird ihnen Gott auf dem Weg durch die Wüste Hilfe zukommen lassen, jene Hilfe, die einst dem Volk nach dem Auszug aus Ägypten zuteilwurde. Was damals geschah, wird sich wiederholen. Indem Jesaja das Wort Gottes verkündet, wird er zum Licht für die Welt. Dabei geht es aber nicht um seine Ausstrahlung und sein Können, er steht nicht im Mittelpunkt, sondern die Botschaft Gottes. Er muss als Person zurücktreten, damit ein anderer zur Geltung kommt. Gottes Wort wird durch ihn lebendig. Als Christen in der Nachfolge müssen wir uns dies zum Beispiel nehmen. Gott muss durch uns erkennbar und erlebbar werden. Wir müssen sein Licht sein, müssen dieses Licht am Leben halten, weitergeben und damit die vielen Dunkelheiten auf dieser Welt hell machen. Auf diesem Weg kannst auch du zum Licht für deinen Nächsten werden.
Evangelium — Joh 13,21-33.36-38
Gegen Ende seines Wirkens richtet Jesus letztmalig seine Worte an die Jünger. Am Tag vor dem Paschafest wäscht er ihnen sogar die Füße und macht sich so bereitwillig zum Knecht und zum Vorbild für alle seine Nachfolger. Jesus spricht auch von seinem bevorstehenden Tod: „Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nichtgelangen“ (Joh 13,33). Simon Petrus war sichtlich verwirrt über diese Aussage, denn er verstand den Sinn des Gesagten nicht. Warum sollte er Jesus nicht folgen können? Warum können wir Jesus nicht überall hin folgen? Jesus gab selbst die Antwort: „Jetzt kannst du es noch nicht, weil du noch Aufgaben auf dieser Welt zu erfüllen hast, auch wenn du momentan nicht weißt, um welche Aufgaben es sich dabei handeln wird. Deine Stunde ist noch nicht gekommen.“ Ja, darum beten wir im Vaterunser: Dein Wille geschehe! Wir vertrauen dabei auf den Herrn, dass er für uns einen Plan hat, den es zu erfüllen gilt. Vielleicht beinhaltet dieser Plan auch einen anderen Menschen, für den wir etwas bewirken sollen. Doch letztendlich werden wir alle Jesus nachfolgen und er wird uns in seiner Herrlichkeit erwarten. Bis dahin nimm alle Herausforderungen des Lebens auf dich, bleib nicht stehen, sondern schreite im Vertrauen auf den Herrn stetig weiter voran, selbst dann noch, wenn die Last von vielen Lebensjahren zur besonderen Mühe geworden ist.