undefined. undefined NaN · Montag

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Jes 42,5a.1-7Evangelium · Joh 12,1-11

Erste Lesung — Jes 42,5a.1-7

Das Königreich Juda ist zerschlagen und ein Großteil der Bevölkerung in der Fremde in Babylonien. In diese Situation hinein kündigt Jesaja in seinem ersten Lied vom Gottesknecht eben diesen Knecht an, der ausführen wird, was Gottes Wille ist: Nämlich, das Recht unter den Heiden, d.h. unter den Völkern bekannt zu machen und durchzusetzen. Dieses Recht widerspricht dem, was in der Welt üblich ist – es wird nicht gerichtet, sondern aufgerichtet werden. Weisungen werden gegeben, die erst Befreiung im umfassenden Sinn bringen werden. Man könnte vermuten, dass Jesaja den Knecht Gottes mit dem Perserkönig Kyros gleichstellen wollte. Doch im Judentum denkt man bei „Knecht“ nicht an eine Einzelperson, sondern an das Geschick des gesamten Volks Israel oder manchmal an den erwarteten Messias. Die Christen sehen in ihm hingegen Jesus Christus, der als Mittler zwischen Gott und den Menschen, uns nicht verurteilt, sondern das wahre Recht bringt, das der Barmherzigkeit nicht widerspricht. Er möchte uns die Augen für Gott öffnen, die Strafe von uns nehmen und uns aus der Macht der Dunkelheit befreien. Er bricht nicht das geknickte Rohr und löscht den glimmenden Docht nicht aus, sondern verhilft ihm zu einer hellen, allseits sichtbar lodernden Flamme als Licht für diejenigen, die noch im Finstern leben.

Evangelium — Joh 12,1-11

Sechs Tage vor dem Paschafest kam Jesus nach Betanien, dem Heimatort des auferweckten Lazarus. Es gehörte damals zum guten Umgangston, ankommende Gäste mit etwas Duftöl zu salben. Maria salbte deshalb den ankommenden Jesus mit einem solch wohlriechendem Öl, welches in der Regel auch verwendet wurde, um Leichen damit zu behandeln. War das etwa schon ein Zeichen für das, was sich noch ereignen sollte? Maria verwendete den gesamten Inhalt eines Ölfläschchens, was damals dem Wert eines ganzen Jahreseinkommens eines Arbeiters entsprach. Vielleicht war das ihr Dank dafür, dass Jesus ihren Bruder wieder zurück ins Leben gerufen hat. Judas hinterfragte kritisch den Nutzen dieser Handlung, hätte man doch mit dem Erlös aus dem Verkauf dieses Öles vielen Armen helfen können. Das Ansinnen von Judas Iskariot war im Grunde genommen nicht schlecht. Vielen Armen hätte man helfen können, wenn dieses wertvolle Öl, anstatt Jesus damit zu salben, zugunsten der Armen verkauft worden wäre. Doch Jesus weist in der heutigen Episode darauf hin, dass es auch gestattet ist, wenn es unserem tiefsten Herzenswunsch entspricht, eine Tat zur Ehre Gottes zu vollziehen – vielleicht auch aus dem Bedürfnis heraus, in Anbetracht der eigenen Sündhaftigkeit, die Liebe zu Gott erneut zu bezeugen oder unter Beweis zu stellen.