undefined. undefined NaN · Palmsonntag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung — Jes 50,4-7
Im dritten Gottesknechtlied im Buch Jesaja denkt der Autor über die Schwierigkeiten seiner Sendung nach. Er beschreibt die Gaben, die er von Gott für seine Aufgabe erhalten hat: Er kann wie ein Schüler auf Gottes Wort hören, denn er hört mit dem Herzen. Er kann mit den Müden reden und ihnen Hoffnung bringen und immer wieder spiegelt sich dabei in den Worten des Propheten die Mut- und Hoffnungslosigkeit des in der Verbannung lebenden Volkes. Doch mit der Verkündigung von Gottes Wort handelt er sich Feindschaften und Misshandlungen ein. Dem stellt er die Gewissheit entgegen, dass Gott auf seiner Seite steht, ihn verteidigt und von jeder Anklage freispricht. Von Gott hatte er das Wort, gab es weiter, nahm Verfolgung, Spott und das Leiden auf sich, wehrte sich nicht. All dies hat sich auch im Leben Jesu ereignet. Könnte nun mit dem im Gottesknechtlied bezeichneten „Knecht Gottes“ Jesus gemeint sein? Ja, wir können im Knecht Gottes Jesus Christus, den Sohn des Vaters, erkennen. Wer Jesus nachfolgen will, muss sich daher wie dieser wehrlos machen und auf Vergeltung verzichten. Der Prophet schreibt dazu: „Deshalb mache ich mein Gesicht hart wie einen Kiesel“ (V.7b). Ich glaube, jeder weiß, was damit gemeint ist, denn jeder von uns hat schon Situationen erlebt, in denen er sich zu Unrecht traktiert gefühlt hat. Im demütigen Ertragen solcher Situationen können wir beweisen, wie stark unser Glaube und unsere Gottverbundenheit ist.
Evangelium — Mt 26,14-27.66
Judas verriet Jesus für dreißig Silberlinge. Das war nicht viel. Das Öl, mit dem die Frau aus Mk 14,5 Jesus salbte, war mehr als das zehnfache wert. Doch sollte sich mit dieser, an Judas ausbezahlten Summe, die Prophetie von Sacharja 11,12 erfüllen: „…Da wogen sie mir meinen Lohn ab, dreißig Silberstücke“. Warum hat Judas Jesus verraten? Über sein Motiv lassen sich nur Vermutungen anstellen, vielleicht war er desillusioniert, weil Jesus als Messias nicht seinen Erwartungen entsprach, oder es gab noch andere Gründe, von denen wir nichts wissen. Auf jeden Fall ist Satan in ihn gefahren und hat ihn für seine dunklen Zwecke benutzt. Worin bestand der Verrat des Judas? Sicher ist, dass den Machthabern daran gelegen war, Jesus so unauffällig wie möglich in ihre Gewalt zu bekommen. Judas, ein Jünger des Herrn, konnte ihnen dabei aufgrund seiner fragwürdigen Gesinnung zu Jesus behilflich sein. Wie stehst du zu Jesus, was bedeutet er für dich und suchst du seine Nähe, so wie die anderen Jünger während des letzten Abendmahles? Jesus hat zu diesem Mahl gesprochen: „Tut dies zu meinem Gedächtnis!“ Damit meinte er aber nicht nur, dass wir ihn lediglich in Erinnerung behalten sollen, sondern dass wir mit ihm, durch die Eucharistie, in einer dauerhaften Beziehung bleiben sollen. Bist du mit Jesus in einer solchen?