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Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung — Ez 37,21-28
Das Volk Israel glaubte sich schon verloren, doch Gott hat es wiederhergestellt. Ezechiel bekommt dazu einen neuen Auftrag, er soll eine Zeichenhandlung setzen, die die Wiederherstellung Israels als Zukunftsaussage präzisier. Diese Aussage lautet: Alle Israeliten werden aus den verschiedenen Völkern herausgeholt und in ihrem Land zu einem Volk, einem Königreich unter einem König zusammengeführt werden. Nie mehr soll es eine Reichsteilung geben noch Götzendienst oder Verfehlungen, die eine Reichsteilung verursachen. Der König und Hirte wird einer aus dem Hause Davids sein. Nun, Gottes Plan für sein Volk ist ein neuer Bund des Friedens. Das alte Heiligtum ist zwar zerstört, aber Gott sagt ein neues zu und Israel wird sein Volk sein, er erklärt es zu seinem Eigentum, mit den Worten: „Dann werden sie mir Volk sein und ich, ich werde ihnen Gott sein“ – Halten wir uns heute noch an diese Bundeszusage, die, obwohl an die damaligen Israeliten gerichtet, auch uns gilt? Sind wir uns bewusst, dass wir Gottes Volk sind, sein Eigentum, so wie die gesamte Welt und das unendliche All sein Eigentum sind? In Europa entfernen wir uns immer mehr von Gott, Kirchen werden leer oder sogar verkauft, Spielräume für Ersatzreligionen oder andere Religionen, die Jesus Christus nicht als Sohn Gottes ansehen, geöffnet. Wir werden als Christen in unserem Land zur Minderheit werden und viele „Christen“ tun nichts dagegen. Gott wird zunehmend in Frage gestellt oder als nicht existent betrachtet. Wohin wird das für unsere Kinder und die nachfolgenden Generationen führen?
Evangelium — Joh 11,45-57
Jesus führte den verstorbenen Lazarus an dessen vierten Todestag wieder zurück ins Leben. Dieses Geschehen stellt einen Scheidepunkt für den Glauben und das Leben auf der einen Seite, für den Unglauben, Hass und Tod auf der anderen Seite dar. Jesus hat mit dieser Totenerweckung einen gewaltigen Beweis seiner Sendung erbracht. Die Hohepriester und die Pharisäer sahen darin aber eine Gefahr für ihre eigene Sache und trachteten danach, Jesus zu beseitigen. Der Hohepriester Kaiphas sprach dazu unwissentlich folgende prophetische Worte: „Ihr bedenkt nicht, dass es besser für euch ist, wenn ein einziger Mensch für das Volk stirbt, als wenn das ganze Volk zugrunde geht“ (Joh 11,50). Geschlagen von Blindheit waren die Pharisäer und Hohepriester von diesem Tag an entschlossen, Jesus zu töten. Die Frage des Hohen Rates betreffend das weitere Schicksal von Jesus: „Was sollen wir tun?“, stellen sich in ähnlicher Weise auch viele Menschen heute: „Was sollen wir mit diesem Jesus anfangen? Besser ich distanziere mich von ihm, um nicht in den Glauben zu fallen, wie so viele andere!“ So distanziert man sich von Jesus, seiner Lehre, von der Menschlichkeit, von der Liebe und zuletzt von Gott. Wohin führt das auf dieser Welt und wohin führt das die Menschen in ihrer Blindheit?