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Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Gen 17,1a.3-9Evangelium · Joh 8,51-59

Erste Lesung — Gen 17,1a.3-9

Die Erzählung aus dem Buch Genesis beginnt mit einer Gotteserscheinung, in der Gott mit Abram – inzwischen neunundneunzig Jahre alt – einen ewigen Bund schließt. Gott verpflichtet sich aber nicht nur Abram gegenüber, sondern auch all seinen Nachkommen und er wird Land zur Verfügung stellen – das ganze Land Kanaan. In diesem Bund ist Gott der Schenkende, und Abram der Empfangende, viele Nachkommen soll er trotz seines und Saras hohen Alters noch bekommen. Um die Vielzahl der Nachkommen anschaulich werden zu lassen, benennt Gott Abram (der Name bedeutet: Der Vater, Gott, ist erhaben) in Abraham (Vater einer Menge, Vater vieler). Einzige Forderung Gottes ist: „Du aber sollst meinen Bund bewahren, du und deine Nachkommen nach dir, Generation um Generation“ (Gen 17,9). Gott hat Abram/Abraham auserwählt, aber jeder von uns ist ein Auserwählter. Wir sind Christen, weil wir erwählt wurden. In dieser Erwählung liegt auch ein Versprechen, ein Versprechen Gottes auf Hoffnung. Das Zeichen dafür ist, so wie bei Abraham, unsere Fruchtbarkeit im Leben. Die Hoffnung schenkt uns Fruchtbarkeit, wenn wir unseren Bund mit dem Herrn auch tatsächlich leben. In Mt 7,20 lesen wir dazu: „An ihren Früchten also werdet ihr sie erkennen“. Aber, bringen wir tatsächlich Früchte und bezeugen wir damit unsere Zugehörigkeit zum Herrn? Wahrscheinlich schon, aber bemühen wir uns weiterhin, damit zur Zeit der Ernte unser Korb voll sein wird.

Evangelium — Joh 8,51-59

Abraham hatte eine Vision von der Zukunft der Welt und er jubelte vor Freude, als er den Tag Jesu vor seinem geistigen Auge sah. Nun hören die Juden, dass Jesus diesen Abraham gesehen haben soll: „Noch ehe Abraham war, bin ich“ (Joh 8,58). Aber nicht nur das, Jesus stellt sich öffentlich über die Propheten und Abraham und behauptet von sich, größer zu sein als diese. Die Frage, die sich bei diesem Disput mit den Juden stellt, lautet daher für letztere: Lästert Jesus Gott? Die Juden sind jedenfalls davon überzeugt und heben Steine auf, um sie auf ihn zu werfen. Heben auch wir Steine auf, um sie nach Jesus zu werfen? In der heutigen Zeit mehren sich jedenfalls die Anzeichen dafür. Die Frage, die sich damit für uns stellt, lautet daher: Warum finden wir es der Mühe wert, uns zu bücken und Steine aufzuheben, um sie nach dem Herrn zu werfen? Wir handeln so, weil uns der rechte Weg zu mühsam ist und uns dieser zu viel in unserer Selbstbezogenheit einschränkt. Der rechte Weg beinhaltet zwar auch Steine, aber nicht solche, um sie auf den Herrn zu werfen, sondern solche, um über sie hinwegzusteigen, um an ihnen zu wachsen. Hingegen setzen wir mit allem, was uns in unserer inneren Gesinnung dazu verleitet, den Herrn abzuweisen und uns nicht mehr öffentlich zu ihm zu bekennen, das ewige Heil aufs Spiel. Es ist dringend notwendig, dass die Menschheit umkehrt und das betrifft jeden einzelnen von uns, denn auch das Heil ist personenbezogen und kommt ausschließlich vom Herrn.