undefined. undefined NaN · Verkündigung das Herrn

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Jes 7,10-14Evangelium · Lk 1,26-38

Erste Lesung — Jes 7,10-14

Die heutige Bibelstelle des Alten Testamentes führt in die Zeit des assyrischen Großkönigs Tiglat-Pileser III., unter dem die Nachbarstaaten Israel und Juda tributpflichtig wurden. Ahas, der König von Juda unterwarf sich freiwillig dem assyrischen Herrscher, was der Prophet Jesaja als mangelnden Glauben an Gott scharf kritisiert. Doch Ahas vertraut in erster Linie seinem eigenen Geschick und verwirft sogar eine angebotene Zeichenhandlung Gottes zu seiner Unterstützung. In diese Situation hinein verkündet Jesaja die Geburt eines Kindes Namens „Immanuel“ – „Gott mit uns“. Der jüdische Religionsphilosoph Martin Buber nennt diese Bibelstelle die „umstrittene Bibelstelle“. Im geschichtlichen Kontext bezieht sich diese Stelle auf die bevorstehende Geburt des Thronfolgers Hiskija, des Sohnes von König Ahas. Doch beinhaltet diese Stelle auch einen heilsgeschichtlichen Kontext: dem Haus David wird ein Zeichen zum weiteren Fortbestand gegeben werden. Gott wird selbst kommen, um dem Volk Israel beizustehen. Er wird zwar nicht in den Lauf der Geschichte eingreifen und das Böse sowie alle Bedrohungen aus der Welt schaffen, aber er wird zum Unheil ein Gegengewicht senden, seinen Sohn, als lebendiges Zeichen seiner Gegenwart, seines Mitleidens: Immanuel – Gott mit uns – das ist sein Name für alle Zeiten.

Evangelium — Lk 1,26-38

Maria wusste immer schon, dass sie ganz und gar von der Gnade Gottes lebt. Sie ehrt Gott, vertraut ihm und lebt nach seinen Gesetzen. So wird sie bevorzugt, den Sohn des Allerhöchsten zur Welt zu bringen und ihm den Namen Jesus, was so viel heißt wie „Gott rettet“, zu geben. Im Unterschied zu Zacharias zweifelt Maria nicht am Wahrheitsgehalt der Botschaft des Engels; sie fragt lediglich schüchtern und demütig: „Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?“ Und noch dazu war sie bereits mit Josef verlobt. Doch sie bleibt, trotz der Gefahr, in die sie sich begibt, ein voreheliches Kind zu bekommen, ganz und gar im Willen Gottes und vollzieht im Glauben das Gebet ihres Sohnes: „Dein Wille geschehe“. Maria wird für uns, mit ihrem Ja zu ihrem Schicksal, zum Urbild des Glaubens. In Ganzhingabe und Vertrauen auf Gott, öffnet sie sich für das Wirken des Heiligen Geistes und wird so zur ersten Botin der frohen Botschaft, indem sie diese in Menschengestalt auf die Welt bringt. Ihr Glaube birgt in sich die Hoffnung, dass der Mensch durch seine Abwege und Abwendungen von Gott, nicht dem Untergang geweiht ist, sondern durch Jesus Christus, Gottes Sohn, das ewige Heil erlangen kann. Bist du ein gläubiger Mensch oder glaubst du nur das, was die Welt dir bietet und was du mit deinen eigenen Augen sehen kannst? Was bedeutet für dich das Fest der Geburt des Herrn? Wenn du die richtige Einstellung zu diesem Fest findest und seine Wurzeln erkennst, kann es für dich zu einem Fest der Vorfreude auf deine Erlösung, deine Auferstehung und das ewige Heil werden.