undefined. undefined NaN · Fünfter Fastensonntag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung — Ez 37,12b-14
Die Passage der Verse 1-14 aus dem 37. Kapitel des Buches Ezechiel ist einer der bedeutendsten Texte aus diesem Buch. Es ist ein wichtiger Zeuge für die Auferstehung der Toten. Im Visionsbericht sieht der Prophet die Verlebendigung der vertrockneten Gebeine der Leichname, und in der anschließenden Streitrede wird betont, dass nicht von der Auferstehung Einzelner gesprochen wird, sondern von der Wiederbelebung des gesamten Volkes. Entstanden ist der Text, nachdem Israel von der Großmacht Babylon vereinnahmt worden ist und Teile der Bevölkerung in das Land am Euphrat und Tigris verschleppt wurden. Ezechiel möchte nun vermitteln, dass die Menschen in ihrer Bedrängnis nicht die Hoffnung auf ein Leben in Freiheit aufgeben dürfen, denn Gott schenkt Leben zurück, selbst mitten in Zerstörung und Tod. Der christliche Glaube an die Auferstehung hat seine Wurzeln vielleicht gerade in diesem Text des Propheten Ezechiel. Wir Christen glauben, dass Gott unsere Gräber öffnen und uns aus den Fesseln des Todes befreien wird – und das nicht nur in weiter Zukunft, sondern auch schon im Hier und Jetzt als Ergebnis eines intensiven und aktiven Glaubenslebens. Darüber hinaus glauben wir an einen Gott, der sich freie Menschen wünscht, Menschen, die sich an ihrem Leben erfreuen und andere nicht ausbeuten. Und wir glauben an den Gott, den Jesus mit seinem Leben bezeugt hat. Wir glauben an einen Gott, der uns täglich in unserer Not beisteht, uns nicht allein lässt und Trost spendet, im Hinblick auf das ewige Leben.
Evangelium — Joh 11,1-45
In der Perikope des Tages, der Auferweckung des Lazarus, offenbart Jesus über sich selbst: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt …“ (Joh 11,25). Diese Offenbarung Jesu fordert uns alle heraus: Wir sind gerufen, an diese Auferstehung als ein gegenwärtiges Ereignis schon jetzt zu glauben. Ist unser Glaube zu schwach, so müssen wir diesen erneuern, indem wir schon jetzt in das Licht der Auferstehung eintreten. Das Auge des Glaubens sieht über das Sichtbare hinaus, hinein in das Unsichtbare; der Tod wird dann anders bewertet, nämlich als Leben in der Dimension der Ewigkeit, als unsere eigene Zukunft. Im Geschehen des Todes wird Jesus einmal zu einem jeden von uns kommen. Bist du auf dieses Treffen vorbereitet? Wie wirst du bei seiner Ankunft reagieren? Wirst du versuchen wegzulaufen, oder wirst du es einfach geschehen lassen oder wirst du ihm freudig entgegeneilen? Maria, die ihm nicht mit Marta entgegenging, ließ der Herr dann zu sich rufen. Wartest du auch so lange, bis der Herr dich ruft? Das ganze Leben steht im Ruf der Ankündigung des Herrn. Darum sollten wir ihm schon zu unseren Lebzeiten, in der freudigen Erwartung seines Erscheinens, entgegeneilen. Kommt der Herr, wird er dir, wenn du ihm dein Herz geschenkt hast, nur Gutes tun. Du brauchst in diesem Fall keine Angst vor ihm zu haben, schließ dich ihm an, egal wo auch immer er dich hinführen wird. In seiner Nähe bist du geborgen und kein Leid wird dir mehr geschehen. Daher eile jetzt schon dem Herrn entgegen, in Erfüllung des Gehorsams der Gottes- und Nächstenliebe.