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Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Jer 11,18-20Evangelium · Joh 7,40-53

Erste Lesung — Jer 11,18-20

Die heutige Lesung aus dem Buch Jeremia beinhaltet die erste der sogenannten Konfessionen des Propheten, in denen er sein inneres Ringen mit Gott und sein Leiden an seinem Auftrag bzw. an den damit verbundenen Konsequenzen ausspricht. Diese Konfessionen sind Gebete, die Jeremia als Beispiel eines „leidenden Gerechten“ zeigen. Als Prophet hatte er es nicht leicht, musste er als Sprecher Gottes den Mitmenschen das sagen, was sie nicht hören wollten. Die Priester von Jerusalem verfolgten ihn und sogar seine eigenen Brüder wollten ihn beseitigen. Aber Jeremia wurde gewarnt. In Folge vertraut der Prophet auf Gott, er schmiedet keine Rachepläne, er kann loslassen und überlässt Gott das Richten und er findet Frieden, denn er vertraute seine Sache Gott an. Vertraust du immer dem Herrn, so wie Jeremias vertraut hat? Glaubst du, dass dich Jesus aus der Situation, die für dich im Moment eine Belastung darstellt, wieder herausholen kann? Bittest du ihn darum? Oder meinst du, alles in deinem Leben allein zu schaffen? Vertrau auf den Herrn! Er schenkt dir Trost, Gelassenheit und Kraft, um weiterzugehen. Er Lässt dich nicht allein, er vergisst dich nicht. Er ist das Licht in deiner dunklen Stunde. Und wenn es dir dann wieder besser geht, diene ihm, schenke ihm gute Werke und verschenke seine Worte an andere, die so leiden, wie du gelitten hast.

Evangelium — Joh 7,40-53

Am letzten Tag des Laubhüttenfestes offenbarte sich Jesus mit lauter Stimme inmitten der Volksmenge als die eigentliche Mitte des Festes und verkündete, dass mit ihm die Aussage aus dem Danklied des Jesaja (Jes 12): „Ihr werdet in Freuden Wasser schöpfen aus den Heilsbrunnen des Erlösers“ greifbare Realität geworden ist. Seine Worte erweckten jedoch einen zwiespältigen Eindruck im Volk. Viele fragten sich: „Ist er nun ein Prophet oder gar der Messias? Woher kommt er?“ Die Hohepriester und Pharisäer wollten ihn, diesen Störenfried, unbedingt loswerden, sogar dann, wenn sie dafür die eigenen Gesetze übertreten müssten. Dazu verfluchten sie noch das Volk wegen der Unkenntnis und Nichteinhaltung des Gesetzes. „Woher kommt der Messias?“ und „Wer war Jesus?“ – diese Fragen beschäftigen auch heute noch. Viele lehnen, in Unkenntnis der Heiligen Schrift, Jesus als Sohn Gottes ab und bevorzugen anstelle des Wortes Gottes die Bequemlichkeiten, die Verlockungen und kurzlebigen Werte der Weltlichkeit. Für sie ist dieser Jesus genauso, wie damals für die Hohepriester und Pharisäer, ein Störenfried in ihrem Leben. Für diejenigen jedoch, welche die wahre Herkunft Jesu, seine Bestimmung und seine Bedeutung für sich selbst erkannt haben, wird Jesus zum „Herrn“, dem es gilt, in seiner Spur nachzufolgen – das heißt, sich zu Jesus zu bekennen, ihn zu bezeugen und zu verkünden.