undefined. undefined NaN · Freitag

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Weish 2,1a.12-22Evangelium · Joh 7,1-2.10.25-30

Erste Lesung — Weish 2,1a.12-22

Das Buch der Weisheit ist ein Zeugnis für das Zusammentreffen von jüdisch- religiöser Identität mit griechischem Gedankengut. Es besteht aus drei Teilen, wobei der erste Teil eine Einladung zu einem Leben in Gerechtigkeit mit verschiedenen Mahnungen und Warnungen darstellt. Die heutige Lesung stellt dabei Überlegungen der Gottlosen und das Urteil darüber in den Mittelpunkt. Die Gottlosen sehen in ihrem verkehrten Denken und Tun den Tod als einzig verlässliche Wirklichkeit an. Für sie ist der Gerechte, der sich an Gottes Gebote hält, ein Dorn im Auge. Sie berufen sich auf das Recht des Stärkeren und glauben, aus ihrer Kraft und Macht heraus definieren zu können, was Gerechtigkeit ist. Ihr Denken ist menschenverachtend und sie betrachten Kranke und Schwache als nicht lebenswert. Sie leben nach der Devise: „Nütze die Zeit; lebe dich aus!“ So gesehen mag der Gottlose manche „Vorteile“ im Leben haben und finden, doch letzten Endes endet diese Lebensweise im „Tod“ als Gegensatz zum ewigen Leben. Seit der Niederschrift des Buches der Weisheit hat sich bis heute nicht sehr viel auf dieser Welt geändert. Die Gottlosen bestimmten und bestimmen meist noch immer das Schicksal der Welt mit Ausbeutung, Gier nach Macht und Geld sowie mit Arroganz. Unsere Aufgabe besteht daher darin, Christsein vorzuleben, Jesus sichtbar zu machen und das Böse zu bekämpfen, aber nicht mit Waffengewalt, sondern mit der Macht der Liebe.

Evangelium — Joh 7,1-2.10.25-30

Es gibt so viele Dinge, welche die Welt verbergen möchte, denn die meisten davon strahlen nicht, sondern sind in dunkles Grau oder Schwarz getaucht. Man findet sie auf den Schattenseiten des Lebens, in jenen Bereichen, in welchen sich niemand gerne aufhält und aus welchen man so rasch als möglich ausbrechen möchte, sind diese doch fast immer mit Leid und Elend verbunden. Die Welt möchte ihre Dunkelheit verbergen, darüber hinwegsehen, als ob es diese nicht geben würde. Anstelle dessen wird der Glanz des scheinbar Erstrebenswerten, des Erfolges, der Macht und des Ansehens in den Mittelpunkt gestellt. Verbunden damit sind meist die tiefen Abgründe der menschlichen Seele: Arroganz gegenüber den Schwachen, Korruption und Selbstbezogenheit. Aus diesem Grund ist Jesus nicht im Zentrum des weltlichen Geschehens sichtbar. Es scheint so, als wäre Jesus dort nicht anwesend. Doch er ist dort, jedoch im Verborgenen, die Menschen sehen ihn nicht, denn sie wollen ihn nicht sehen. Sie stellen sich blind gegenüber seiner Anwesenheit und werden es mit der Zeit mehr und mehr. Im Gegensatz dazu erkennen die Menschen auf der Schattenseite des Lebens oft genug den Herrn. Denn Not nährt den Glauben an eine ausgleichende Gerechtigkeit, auch wenn diese nicht mehr in diesem Leben, sondern erst im Reich des Herrn erfahren wird.