undefined. undefined NaN · Heiliger Josef
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung — 2 Sam 7,4-5a.12-14a.16
David wohnt in einem prächtigen Palast, die Lade des Herrn war hingegen in einem einfachen Zelt untergebracht. Dies bedrückt David und er beabsichtigt, einen großen Tempel für den Herrn zu errichten. Doch ist das auch der Wille des Herrn? An den Propheten Natan gerichtet, nimmt er den Wunsch Davids auf, kehrt ihn jedoch um: Nicht David soll ihm ein Haus – einen Tempel – bauen, sondern Gott selbst wird David ein Haus – eine Dynastie – errichten. So wird Davids Königtum das erste vererbbare Königtum in der Geschichte Israels sein. Wo wohnt Gott für uns? Haben wir ihm schon ein Haus gebaut in unseren Herzen? Ist dieses Haus stabil, mit einem festen Fundament, oder hat es ein zerbrechliches Fundament? Gottes Haus in uns wird von seiner Größe und Stabilität nie vollendet sein, denn ein ganzes Leben lang müssen wir daran bauen. Manche fangen schon früh damit an, andere erst später in ihrem Leben. Und dieses Haus in uns ist nicht nur für Gott, es ist auch für uns ein Zufluchtsort in Nöten oder Problemen der Zeit. Dort können wir Gott begegnen, mit ihm sprechen, unsere Sorgen loswerden und uns mit ihm verbinden. Sind wir bereits zu unseren Lebzeiten mit Gott verbunden, so wird uns dies auch am Weg vom Diesseits zum Jenseits behilflich sein.
Evangelium — Mt 1,16.18-21.24a
Der Evangelist Matthäus erzählt zu Beginn der Geschichte von Jesus etwas Unglaubliches: Maria wird schwanger, aber nicht von ihrem Verlobten Josef, sondern durch die Kraft des Heiligen Geistes. Josef steht damit vor der Situation, dass dieses Kind nicht von ihm ist und muss annehmen, dass Maria das Verlöbnis gebrochen hat. Was soll er tun? In dem, wie er in weiterer Folge handeln wird, zeigt uns die Heilige Schrift ein großartiges Bild von Josef als einen „Gerechten“. Wie sieht diese Gerechtigkeit aus? Das alttestamentliche Recht kennt zwei Wege der Entlassung aus einem Verlöbnis: Mit harter Strafe in der Öffentlichkeit oder in formeller Weise ohne Öffentlichkeit. Josef möchte Maria schützen und sie nicht in den Tod schicken, so wählt er den menschlichen Weg. Darin zeigt sich seine Gerechtigkeit, dass er sein Recht nicht mit Gewalt und Macht durchsetzen will, sondern dass er seinen Willen dem Willen Gottes unterwirft, und den Weg der Barmherzigkeit, den Weg Gottes und Jesu, beschreitet. So realisiert er Menschlichkeit im Recht und durch das Recht. Seine Gerechtigkeit zeigt sich auch darin, dass er bereit ist, der Stimme des Engels zu vertrauen, die ihm im Traum Gottes Botschaft übermittelte. Er vertraut und richtet sich nach dem Willen Gottes – auch das ist ein Weg zur Gerechtigkeit. Unsre Zeit ist von vielen Ungerechtigkeiten geprägt. Blicken wir mit offenen Augen um uns, dann können wir viel dazu beitragen, Ungerechtigkeiten zu bekämpfen, denn Christ zu sein bedeutet in erster Linie, sich für Gerechtigkeit mit Menschlichkeit und nicht mit dem Weg der Macht einzusetzen.