undefined. undefined NaN · Mittwoch
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung — Jes 49,8-15
Das Volk Gottes lebt im Exil in Babylon. Hat es der Herr verlassen? Im Vers 48,20a aus dem Buch Jesaja hören wir den Auftrag Gottes: „Zieht aus Babel aus, flieht aus Chaldäa!“ Der Herr hat sein Volk nicht vergessen und lässt durch den Mund des Propheten ausrichten: „Kann denn eine Frau ihr Kindlein vergessen, ohne Erbarmen sein gegenüber ihrem leiblichen Sohn? Und selbst wenn sie ihn vergisst. Ich vergesse dich nicht“ (Jes 49,15). So unbeirrbar, wie eine Mutter ihr Kind im Sinn hat, so zärtlich und zuverlässig achtet Gott auf sein Volk. Denn Gott ist die Liebe und er spricht in der Sprache der Liebe. Anders als wir, die wir noch immer Mühe haben, in der Sprache der Liebe zu kommunizieren. Deshalb sollte Gott immer unser anzustrebender Maßstab sein, auch wenn wir diesem nie gerecht werden können. Wir sind Menschen und damit schwach gegenüber der Lieblosigkeit, obwohl wir alle bei unserer Geburt den Geist Gottes bekommen haben. Und dieser Geist verpflichtet uns, nicht nur nichts Böses zu tun, sondern Gutes. Denn nichts Gutes zu tun ist auch nicht gut. Natürlich können wir uns nicht an unserem Schöpfer messen, doch wir können immer versuchen, an seiner Liebe und Treue Maß zu nehmen.
Evangelium — Joh 5,17-30
Jesus heilte am Sabbat einen Kranken am Teich Betesda in Jerusalem. Damit übertrat Jesus in den Augen der Juden das Gebot der Ruhe, denn am Sabbat war das Verrichten jeglicher Arbeit verboten. Die Übertretung dieses Gebotes gründet in diesem Fall jedoch nicht in der Not dieses Kranken oder in der Vollmacht Jesu, als Gottes Sohn sich über die Gesetze stellen zu dürfen, sondern in der unzertrennlichen und seit jeher bestehender Einheit zwischen dem Vater und dem Sohn. Demnach kommt in Jesus Gott selbst unmittelbar zur Wirkung, sodass zwischen dem Tun des einen und dem des anderen kein Unterschied festzustellen ist. Jesu Vollmacht gründet darin, dass der Vater ihm Einblick in seinen Willen gewährt und ihn so zur Ausführung seiner Werke ermächtigt. Daher sprengt das, was Jesus von sich behauptet, jeden bisher bekannten Rahmen: Als Gottes Sohn kennt er Gottes Plan; er spricht und handelt in Gottes Namen; er hat die Macht, ewiges Leben zu geben und er hat das Recht und die Macht, alle Menschen, die Lebenden und die Toten, zu richten. Die Guten führt er zur Auferstehung, zum Leben, die Schlechten zum Gericht. In ihm lebt das mächtige, Leben rettende und Leben schaffende Wort des Schöpfers. Der Glaube an ihn ist demnach unsere einzige Rettung. Im Brief des Apostels Paulus an die Römer heißt es dazu: „Denn, wenn du mit deinem Mund bekennst: Jesus ist der Herr, und in deinem Herzen glaubst: Gott hat ihn von den Toten auferweckt, so wirst du gerettet werden“ (Röm 10,9).