undefined. undefined NaN · Dienstag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung — Ez 47,1-9.12
In der heutigen Erzählung tritt der himmlische Führer zum letzten Mal auf, um dem Propheten etwas zu zeigen, nämlich: den neuen Tempel Jerusalems als den Sitz Gottes. Dieser Tempel ist das Zentrum der Stadt, des Volkes, der ganzen Welt. Beherrschendes Element des Bildes vom Tempel ist das Wasser als Symbol des Lebens. Ohne dieses Wasser gibt es kein Leben! Spender dieses Wasser, d.h. Spender allen Lebens, ist Gott. Und das Besondere daran ist: dieses Wasser ist gratis. Es fließt vom Tempel weg, es wird nicht im Heiligtum gesammelt, es verströmt sich. Überall auf seinem Weg ermöglicht dieses Wasser Leben in ungeahnter Fülle und macht gesund, was krank war. Schon die Kirchenväter haben das Wasser aus der Tempelschwelle auf das Wasser der Herzenswunde Jesu gedeutet. Dieses Wasser müssen wir in unser Leben fließen lassen, um gereinigt und geheilt zu werden. So wie uns irdisches Wasser körperlich reinigt, säubert das Wasser Jesu unsere Seelen und ermöglicht so ein „unverschmutztes“ Zusammenleben. Bei vielen Andachtsstätten, Kapellen oder Kirchen finden wir Quellen, aus denen für viele Gläubige heilendes Wasser sprudelt. In ihm sind sicherlich keine magischen Kräfte verborgen, aber wir erkennen in ihm, dass alles Leben vom Herrn kommt. Beachten wir dieses Wasser oder setzen wir lediglich auf unsere eigene Kraft?
Evangelium — Joh 5,1-16
Im heutigen Evangelium heilt Jesus einen Mann von Aussatz. Dieser galt zu den schlimmsten und unheilbaren Krankheiten seiner Zeit und war neben großem Leid auch mit einem Ausschluss aus der Gesellschaft verbunden. Doch auch heute noch bedeuten Krankheiten, wenn sie besonders schwer ausfallen, eine Krise für die menschliche Existenz und können mit der Frage: „Warum gerade ich?“, verbunden sein. Einerseits wird in Situationen des Leids der Glaube an Gott auf die Probe gestellt, andererseits kann aber auch der Glaube – sofern vorhanden – in solchen Situationen sein positives Potential entfalten. Nicht weil der Glaube die Krankheit, den Schmerz, oder die daraus entstehenden Fragen zum Verschwinden bringt, sondern weil er einen Schlüssel anbietet, mit dem wir den tieferen Sinn dessen entdecken können, was wir erleben: Dass Krankheit einen Weg zu einer größeren Nähe zu Jesus bedeuten kann. Gewinnen wir eine solch größere Nähe, dürfen wir sie nach erfolgter Genesung nicht wieder aufgeben. In der Regel schlägt jedoch schnell wieder das graue Alltagsleben zu und alle Vorsätze, entstanden aus der Not, verblassen wieder zunehmend in Nebelschwaden. Darum mahnt uns Jesus: „Sündige nicht mehr, damit dir nicht noch Schlimmeres zustößt!“ Dieses Schlimmere ist die von uns selbst herbeigeführte Distanz zu unseren Nächsten und zu Gott, zu seinen Weisungen und seinem uns angebotenen Weg des Heils.