undefined. undefined NaN · Montag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung — Jes 65,17-21
Gott offenbart für diejenigen, die sich nicht von ihm abgewandt haben, ein neues Jerusalem, eine neue Schöpfung. In dieser sollen nicht etwa der alte Himmel und die alte Erde vergessen sein, sondern die früheren Nöte. Gott hat sich schon über die erste Schöpfung gefreut, weil sie gut war (Gen 1,31); aber er freut sich noch mehr über die von Grund auf erneuerte Schöpfung, über den neuen Himmel und die neue Erde, auf der die Menschen ein gesichertes und ungeschmälertes Leben führen werden. Gott wird immer mit den Menschen sein und selbst das Tierreich wird sich über „Fressen und gefressen werden“ hinwegheben. Wie wird es dort im Jenseits sein, wie wird es uns dort ergehen? Viele erwarten sich vom Leben im Jenseits eine Fortsetzung des gewohnten irdischen Lebens. Aber diese Welt hat mit dem irdischen Tod ihre Aufgabe erfüllt: Wachstum des Geistes, der Liebe, der Erkenntnis des Schöpfers mit einer Neugeburt der Seele, hinein in das ewiglich „Himmlische Jerusalem“. Wir dürfen uns heute schon darauf freuen, denn Gott möchte nur das Beste für uns und wird uns sicherlich kein Jenseits mit all den negativen Aspekten der irdischen Welt anbieten, sondern etwas, worin sich unsere Seelen in Liebe geborgen fühlen und wir nur mehr ein Miteinander anstelle eines Gegeneinanders leben werden.
Evangelium — Joh 4,43-54
Jesus kam abermals nach Kana und heilte dort auf Bitten eines königlichen Beamten dessen im Sterben liegenden Sohn aus der Ferne. Der königliche Beamte war von Jesu Macht felsenfest überzeugt und wurde, als er zu Hause seinen Sohn wieder gesund antraf, mit seinem ganzen Haus gläubig. Jesu Worte: „Geh, dein Sohn lebt!“ verlangen Glauben, ohne das Wunder schon zu sehen – einen Glauben, der nicht schaut, sondern einfach das Wort Jesu annimmt. In dieser Annahme finden wir eine Konfrontation und Begegnung mit Gottes Macht. Jesus hat diese Macht, denn er ist der Herr über alle Kreaturen, so auch Herr über die Krankheit eines Menschen. Wunder enthalten auch immer symbolische Elemente: „Speisung“ steht für den Empfang des Wortes Gottes, „Blindenheilung“ bedeutet Öffnung der Augen des Herzens, „Aufrichtung Kranker“ steht für den Beginn neuen Lebens und „Totenerweckung“ für das ewige Leben. Doch ein Glaube der lediglich auf solchen Wundern gründet, ist eher ein erzwungener Glaube und kein freiwilliger. Solch ein Glaube ist nicht verdienstvoll. Deshalb sollten wir in uns gehen und uns fragen: Wie weit bin ich im „Glauben ohne Sehen“ bereits vorangeschritten? Glaube ich an Wunder ohne Zufall? Bin ich von der eingreifenden Macht Gottes in so manchen Lebensablauf überzeugt? Wunder gibt es nach wie vor in jedem Leben, auch in deinem. Blick zurück auf dein Leben, da gibt es sicherlich einiges an Unerklärlichem, Zufälligem und glücklichen Fügungen, die sich der Logik des Verstandes entziehen.