undefined. undefined NaN · Vierter Fastensonntag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung — 1 Sam 16,1b.6-7.10-13b
Die heutige Lesung berichtet von der Einführung der Nachfolge Sauls. Dieser war nicht mehr König nach dem Herzen Gottes. In 1 Sam 15,11 lesen wir: „Er hat sich von mir abgewandt und hat meine Befehle nicht ausgeführt“ . Zwar hatte Saul Söhne, die seine Nachfolger sein konnten, aber es war anders bestimmt und so schickte Gott Samuel zum Betlehemiter Isai zur Salbung eines neuen Königs. Isai hatte acht Söhne, doch war es der Jüngste, den Gott erwählt hatte, denn Gott achtet nicht auf das Aussehen eines Menschen, sondern auf dessen Herz. Gottes Kriterien zur Erwählung eines Menschen sind demnach andere als die unserer Vorstellungen. Das Motiv von der Erwählung des Kleinsten und Unbedeutendsten wird hier literarisch entfaltet. Warum steht Gott den Kleinen und Schwachen meist näher als den Großen, Starken und Mächtigen? Weil die Mächtigen schon haben, was sie wollen; ob es gut für ihre Seele ist, ist eine andere Frage. Die Kleinen und Schwachen haben wenig, sie vertrauen dafür darauf, dass Gott ihnen zur Seite steht. Bist du einer von den Mächtigen, das heißt, kannst du mit deinen von Gott zur Verfügung gestellten Mitteln etwas auf dieser Welt bewirken, im Kleinen oder auch im Großen, dann stell dich auf die Seite Gottes, zum Schutz und Wohlergehen der Kleinen und Schwachen. So nimmst du auch Jesus auf und er wird auch dich eines Tages zu sich aufnehmen.
Evangelium — Joh 9,1-41
Jesus offenbart sich mit der Heilung eines Blindgeborenen als das Licht der Welt. Mit dieser Heilung sind in Wahrheit zwei Wunder geschehen. Das erste Wunder ist, dass dem Blinden die Augen geöffnet wurden, sodass er wieder sehen konnte. Aber wie hat Jesus diesen Kranken im Evangelium geheilt? Jesus beugte sich herab zur Erde, nahm Erde auf, füllte sie mit Speichel und strich diesen „Teig“ auf die Augen des Kranken. Eine deutlichere Symbolik kann es kaum geben: Gott steigt herab auf diese Welt, mischt sich mit ihr, und in Kontakt mit ihm erfolgt Heilung. Doch bevor diese Heilung eintreten kann, muss der Blindgeborene auch etwas tun: Er muss zum Teich Schiloach (was übersetzt „der Gesandte“ heißt) gehen und sich darin waschen. Zum Heil gelangt er über das Eintauchen und des „Sich-Reinigen“, des „Sich-Erneuern“, im Gesandten, im Herrn. Das zweite Wunder der Heilung liegt darin, dass der Blinde nicht nur seine Sehkraft wieder erlangte, sondern dass er auch lernte, von innen her zu sehen, worauf es im Leben ankommt: Er sieht in Jesus den Christus, den Menschensohn, wirft sich vor ihm nieder und betet ihn an. Er erkennt den Weg des Lebens, woher wir kommen, wohin wir gehen und wie wir diesen Weg richtig beschreiten müssen.