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Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung — Hos 6,1-6
In der heutigen Lesung aus der Schrift des Propheten Hosea geht es um die echte bzw. falsche Art der Buße. Begonnen wird mit einem Bußlied (V 1-3), das die Priester vielleicht bei einem Bußgottesdienst im Tempel vorgetragen haben. Doch das Gebet klingt nach Routine. Niemand wird angesprochen, keine Schuld bekannt und allzu selbstverständlich wird mit Gottes Erbarmen gerechnet. Nach Meinung der Beter genügt es, ein frommes Bußlied zu singen, dann könnte man schon mit Gottes Heil rechnen. Doch Hosea macht solchen Illusionen ein Ende. Gott erwartet Umkehr und nicht Opfer um ihretwillen. Gott sucht das Herz seines Volkes. Eine liturgische Feier ohne Herzensregung wird ihn nicht zum Verzeihen bringen. Er fordert Liebe, Erkenntnis seiner selbst und Treue zu seinem Bund, d.h. zu seinen uns auferlegten Gesetzen. Es ist nie zu spät, sich Gott in rechter Gesinnung zuzuwenden. Und nur wahre Umkehr wird vom Herrn mit gerechtem Lohn ausgezeichnet. Dieser Lohn ist das ewige Leben. Wollen wir dieses erreichen, muss Ehrlichkeit unsere Selbsterkenntnis auszeichnen – Ehrlichkeit zu uns selbst und zu Gott. Ihn zu belügen ist zwecklos, es schadet uns nur selbst. Wir müssen mit unserer Umkehr wieder auf den rechten Weg zurückgelangen und uns als Sünder bekennen, denn wir alle sind Sünder und niemand von uns ist ohne Schuld. Aber noch gibt Gott dir eine Chance, dein Leben zu ändern.
Evangelium — Lk 18,9-14
Abermals geht es in Jesu Lehre um Gerechtigkeit. Er erzählt ein Gleichnis von einem Pharisäer, der sich gleichzeitig mit einem Zöllner in den Tempel begab, um zu beten. Der Zöllner stellte sich dazu in die hinterste Reihe und bereute aufrichtig seine Sünden. Er wusste um seine Angewiesenheit auf Gottes Gnade und war nicht stolz auf sich. Der Pharisäer hingegen betete, aber nicht um Gott Ehre zu erweisen, sondern um sich selbst zu seiner Leistung zu gratulieren. Er fühlte sich besser als all die anderen, diese Räuber, Betrüger, Ehebrecher und Zöllner. Er war von sich so sehr geblendet, dass er seine Angewiesenheit auf Gott vergaß und seine Überheblichkeit gegenüber den anderen Menschen gar nicht mehr bemerkte. Man kann sich nur wundern, dass er vor sich selbst ein derartiges Selbstbild vertrat. Dabei war er ein Mensch wie jeder andere und konnte deshalb nicht sündenfrei sein. Auf wen von diesen beiden wird Gott hören? Sicherlich sind wir alle Sünder, denn kein Mensch ist perfekt. Deshalb verschließe deine Augen nicht vor der tatsächlichen Beschaffenheit deines Herzens. Sei ehrlich zu dir selbst, dann gewinnst du Mittel, um deine Schwächen zu bekämpfen. Ganz gelingen wird dir das zwar nie, denn auch du bist nur ein Mensch. Doch wird es dir bei einem steten Bemühen gelingen, deine Seele mehr und mehr zu reinigen und so deinem Heil mit sicherem Schritt näherzukommen.