undefined. undefined NaN · Freitag

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Hos 14,2-10Evangelium · Mk 12,28b-34

Erste Lesung — Hos 14,2-10

Der Prophet Hosea ist von allen Schriftpropheten der Einzige, der aus dem Nordreich Israel stammte. Er wirkte dort zwischen 750 und 722 v.Chr., es waren die letzten Jahre des Nordreiches, das im Jahr 722 von den Assyrern erobert wurde. Hosea warnte vor diesem Geschehen, denn Israel hatte sich von seinem Gott abgewendet und die Folge würde dann der tatsächlich erfolgte Untergang sein. Doch Hoseas Ruf zur Umkehr blieb unbeantwortet. Das Volk vertraute weiterhin auf andere Mächte als Gott, der trotz allem sein Volk weiterhin liebte. Er brachte es nicht über sich, sein einmal erwähltes Volk zu verstoßen, trotz aller Schuld, die es auf sich geladen hat. Er versprach seinem Volk eine paradiesische Zukunft, Voraussetzung dafür wäre allerdings die echte Umkehr Israels, die jedoch nicht erfolgt ist. Die Menschheit hat seit damals nichts dazugelernt. Immer noch betrachten die Menschen das Werk ihrer Hände als göttlich und verehren es. Die heutige Lesung aus dem Buch Hosea möchte dazu inspirieren, in uns zu gehen und darüber nachzudenken, auf welchem Weg wir sind und wo die nächste Gelegenheit wäre, umzukehren. Halten wir Ausschau nach Gott, in unseren Herzen, schenken wir ihm wieder unsere Treue und die Bereitschaft zur Buße. Denn er ist der Einzige, der uns Heilung und Heil schenken kann. Das wurde schon dem Nordreich Israels gesagt, als es vor seinem Untergang stand.

Evangelium — Mk 12,28b-34

In der heutigen Liturgie berichtet das Evangelium von einem Schriftgelehrten, der zu Jesus kommt und fragt: „Welches Gebot ist das erste von allen?“ (Mk 12,28). Jesus antwortet, indem er die Heilige Schrift zitiert und bekräftigt, dass das erste Gebot darin besteht, Gott zu lieben; daraus folgt dann das zweite: den Nächsten zu lieben wie sich selbst. Die Frage dieses Schriftgelehrten ist ehrlich gemeint, immerhin beinhaltet das Alte Testament nicht weniger als sechshundertdreizehn Gebote und Verbote. Die Antwort Jesu findet volle Zustimmung des jüdischen Gelehrten. Ich glaube, wir alle wären mit dieser Antwort einverstanden, denn das größte Gebot ist das Liebesgebot. Doch lieben wir unseren Nächsten so wie Gott? Gottesliebe und Nächstenliebe sind nämlich wie ein Paar Schuhe. Fehlt dir ein Schuh, kommst du auf deinem Weg in der Wildnis nur schwer voran. Dornen und Disteln sowie scharfe Steine werden dir so lange zusetzen, bis du vielleicht nicht mehr weiterkannst. Darum kann derjenige, der von Gottesliebe spricht, nicht von der Nächstenliebe absehen, denn wie kannst du Gott lieben, wenn du deinen Nächsten, der so wie du Gottes Ebenbild darstellt, nicht liebst? Weil die Liebe konkret ist, legt sie einen konkreten Arbeitseinsatz fest, einen für Gott und somit gleichzeitig einen für den Mitmenschen.