undefined. undefined NaN · Donnerstag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung — Jer 7,23-28
Im heutigen Abschnitt der Tempelrede des Jeremia liegt eine Kritik am praktizierten Opferkult vor. Gott hat nicht befohlen, ihm Brand- und Schlachtopfer darzubringen, sondern geboten, auf seine Worte und somit auf die Worte der Propheten zu hören. Auf diese Voraussetzung gründet der Bund Gottes mit seinem Volk. Doch die Herzen des Volkes waren verstockt. Sie meinten, durch vermehrte Opfer die Hilfe Gottes erzwingen zu können, aber um Treue und Recht kümmerte sich niemand. Gehorsam war ihnen fremd. Oft genug haben die Propheten gegen den offiziellen Tempelkult mit seinem Opferdienst Stellung bezogen, seit dem Auszug aus Ägypten hat Gott unermüdlich sein Volk gemahnt und gewarnt. Aber das Volk hörte nicht auf Gottes Stimme, ließ sich nicht erziehen und hat das Treueverhältnis zu Gott aufgekündigt. Die Situation von damals kann uns leicht an das heutige Verhältnis so vieler Menschen in Mitteleuropa zu Gott erinnern. Viele glauben nicht mehr an Gott, gehen ihre eigenen Wege und sind sich nicht mehr bewusst, woher sie kommen und wohin sie gehen werden. Mahnende Worte ergeben in der Regel keinen Sinn mehr, die Herzen der Menschen sind bei vielen zu fest verschlossen. Es ist kaum verständlich, dass trotz der umfangreichen Zeugenschaft Gottes, festgehalten in der Heiligen Schrift, und durch viele Wunder, die heute noch geschehen, die Menschen nicht sehend werden. Tun wir unser Bestes, um den Glauben mit unserem Lebenszeugnis sowie dem Dienst am Nächsten und Gott aufrechtzuerhalten.
Evangelium — Lk 11,14-23
Ein Dämon hat von einem Mann Besitz ergriffen und lässt ihn verstummen. Jesus treibt diesen Dämon aus und viele Menschen staunen über dieses Wunder. Andere hingegen behaupten, dass Jesus mit dem Teufel im Bunde sei und deshalb solche Zeichen wirken könne. In seiner Antwort: „Wenn ich aber Dämonen durch den Finger Gottes austreibe, dann ist das Reich Gottes schon zu euch gekommen“, weist Jesus auf seine Vollmacht hin, eine Vollmacht, die nicht vom Teufel kommen kann, denn der Teufel wird sich und seine Gehilfen nicht selbst zugunsten des Guten austreiben. Im Reich Gottes hingegen vertreibt Jesus durch das Gute alle Mächte des Bösen, die kommen, um Menschen zu versklaven und zu unterdrücken. Wir leben bereits mitten im Reich Gottes. Alles was wir sehen, gründet in seiner Schöpfung. Diese Welt ist sein Reich. Auch Wunder können wir erleben, seien es stille Wunder – manche sagen dazu „glückliche Fügungen“ – oder sprechende Wunder, die auf sich aufmerksam machen, wie die vielen Wunderheilungen an den verschiedenen Marienwallfahrtsorten dieser Welt. Hinter diesen Wundern steht ebenfalls der Wille Gottes. Ohne diesen Willen würden diese Wunder nicht geschehen. Demnach ist das Reich Gottes schon mitten unter uns und Gott ist uns nahe. Die Frage ist jedoch: Wie nahe stehst du zu Gott? Aber auch wenn du ihm sehr fernstehst, steht er dir nahe – das kann eben nur Gott.