undefined. undefined NaN · Mittwoch

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Dtn 4,1.5-9Evangelium · Mt 5,17-19

Erste Lesung — Dtn 4,1.5-9

Mit Dtn 4 beginnt der zweite Teil der großen Moses-Rede. Ihr Inhalt sind die von Gott gegebenen Gesetze und Rechtsentscheide, der Bund bzw. Dekalog, das erste und das zweite Gebot. Mit dem Ruf: „Israel höre“ eröffnet Moses seine Lehre, erklärt die Bedeutung der Einhaltung der Gebote und Entscheide, um sein Volk zum Einhalten derselben zu motivieren. Israel soll seine Gesetze als großen Schatz verstehen, als Auszeichnung vor anderen Völkern. Denn zweifach sind diese Gesetze ausgezeichnet: sowohl durch ihren weisen Inhalt als auch durch den Gesetzgeber, nämlich Gott, der seine helfende Nähe durch direkte und immer verfügbare Kommunikation zwischen sich und seinem Volk beweist. In Mose rede waren damals Mahnungen enthalten: „höre“, „bewahrt“, „haltet“. Dies Worte, gerichtet an das Volk Israel, haben aber nach wie vor Geltung für uns „moderne“ Menschen. Gottes Gebote hatten und haben zu jeder Zeit Geltung und nichts von ihrer Dringlichkeit eingebüßt. Wenn menschliches Zusammenleben gelingen soll, bedarf es gewisser Regeln, an die sich jeder halten muss. Gewinnt die Willkür Oberhand, ist jeder nur darauf aus, das Beste für sich selbst herauszuholen. Ohne die Bedürfnisse des anderen zu berücksichtigen, wird das gemeinschaftliche Zusammenleben scheitern. Damit das nicht passiert, hat uns Gott seine Ordnung anvertraut. Wie schön könnte es auf der Welt sein, wenn sich jeder an Gottes Ordnung halten würde.

Evangelium — Mt 5,17-19

Das Gesetz, die fünf Bücher des Moses, und die Propheten wurden von jeher als Einheit und zugleich als schriftliche Festsetzung von Gottes Willen verstanden. Jesus möchte von diesem Willen des Vaters nichts wegnehmen, ihn nicht reduzieren, aber er möchte ihn neu und unverfälscht verkünden, wobei er besonderes Schwergewicht, im Gegensatz zur äußeren Haltung zum Gesetz, auf die innere Haltung, das Herz, Wert legt. Er möchte erfüllen, was von Anbeginn der Zeiten als festgeschrieben galt, doch bis dahin noch nicht in den Herzen der Menschen seinen Niederschlag gefunden hat: Die Freude über Gottes Wort, über seine Nähe zu uns und die Verheißung, welche sich durch seinen Sohn erfüllen sollte. Das heißt: Jesus ist gekommen, um uns alle durch seinen Leidensweg mit einer Freude zu erfüllen, die an das Innerste unseres Seins rührt, denn sie verheißt neues Leben nach dem Tod. Wir dürfen und sollen diese Freude leben, sie ausstrahlen und auf andere überspringen lassen, deren Herzen noch immer gegenüber der Liebe Gottes abgeneigt sind. Diese Freude ist jedoch nicht zu vergleichen mit den kurzlebigen Freuden des Alltags. Sie ist die Freude, die Gewissheit, dass alles Leid in Jesu Armen aufgefangen wird und es ist die Freude über unsere Zukunft, in welcher Gott dem Leid keine Chance mehr geben wird. Ein Christ, der nicht freudig ist, dem fehlt etwas oder er ist kein Christ. Denn nur die Freude des Herzens, die innere Freude, die Freude an der Verheißung ist es, die uns auch in schweren Momenten vorwärtsbringt und Mut schenkt.