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Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Dan 3,25.34-43Evangelium · Mt 18,21-35

Erste Lesung — Dan 3,25.34-43

In Dan 3 begegnen wir einer Hofgeschichte, wie sie in ihren einzelnen Motiven im Alten Orient sehr verbreitet ist: Ein Weiser wird von Neidern am Hof verleumdet, vom König verurteilt und schließlich auf wundersame Weise gerettet, womit sich seine Unschuld herausstellt. Der im Buch Daniel dargestellte verleumderische Vorwurf gegen die drei jüdischen Verwaltungsbeamten am Hof von König Nebukadnezar ist ein doppelter: Illoyalität dem Staat gegenüber und Gottlosigkeit. Und doch entgegnen die drei Judäer dem König, dass sie sich allein auf Gott und seine Rettermacht verlassen, selbst wenn dieser sie nicht retten wolle. Erbost darüber ließ sie der König in den Ofen werfen, wobei dieser Ofen auch symbolisch verstanden werden könnte, denn was im Ofen besteht, ist das Gute im Menschen, das Schlechte, die „Schlacke“, wird ausgeschieden (Ez 22,18.20.31). Im Feuerofen beginnen die drei jungen Männer zu beten und ein Engel des Herrn rettet sie. Ihr Gebet, das Gebet des Asarja, ist im Stil eines öffentlichen Bußgebetes gehalten. Es beginnt mit einem Dank an Gott, dann wird die Lage der Not geschildert und zuletzt folgt die Bitte um Hilfe. Wir könnten dieses Gebet als Gebetsformular bezeichnen, als Vorlage für unsere eigenen Gebete, die mit einem Dank an Gott beginnen sollten, bevor wir uns den eigenen Sorgen und der Bitte um Gottes Beistand zuwenden. Beginnen doch meist unsere Gebete sogleich mit der Bitte um etwas, d.h., eigentlich steht dabei unser eigenes Interesse im Vordergrund und nicht das Bewusstsein, dass Gott stets mit uns ist als unser Beistand in allen Notlagen.

Evangelium — Mt 18,21-35

Petrus fragt Jesus, wie oft er vergeben muss, wenn jemand gegen ihn gesündigt hat. Diese Frage stellt sich in jedem menschlichen Leben, denn niemand von uns entkommt seinen Fehlern. Petrus versucht, die Frage gleich selbst zu beantworten, indem er vorschlägt, siebenmal zu verzeihen müsse reichen. Für Jesus ist dies nicht genug. Siebzigmal siebenmal, also einfach immer, sagt er, müssen wir verzeihen. Hast du den Menschen, welche dir in deinem Leben etwas Schlimmes angetan haben, schon verziehen? Das kann sehr schwer sein, aber hat nicht Jesus auch all jenen verziehen, die ihm Übles angetan haben? Jetzt wirst du antworten: „Ich bin nicht so mächtig wie Jesus. Ich kann das nicht!“ Ich antworte dir darauf: „Doch, du kannst es!“ Du redest dir nur ein, es nicht zu können. Warum forderst du Gerechtigkeit, wenn du selbst schon so viel Ungerechtes im Leben begangen hast? Überantworte zuerst alle deine Sünden dem Herrn, bitte ihn um Verzeihung, auch für das Fehlverhalten des anderen. Vergeben und verzeihen sind die Grundlagen, um in den Himmel zu kommen. Es bedarf aber der Barmherzigkeit und der Liebe, um aus dem Herzen heraus zu verzeihen. Leider gibt es viele Menschen, die nur leben, indem sie andere verurteilen, schlecht über andere sprechen oder sie in den Schmutz ziehen; sie können nicht vergeben und kennen kein Erbarmen. Wer für sich selbst um Vergebung bittet, aber nicht vergibt, dem wird nicht vergeben werden.