undefined. undefined NaN · Dritter Fastensonntag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung — Ex 17,3-7
Das Volk wandert durch die Wüste und soll dabei lernen, dass es sein Überleben allein Gott verdankt. Diesmal fehlt abermals das lebensnotwendige Wasser, das Volk beginnt zu murren und an der Gegenwart Gottes zu zweifeln. Der Groll des Volkes richtet sich gegen Moses, er soll für Abhilfe sorgen. Mit dem Stab, der das Nilwasser für die Ägypter ungenießbar gemacht hat, schlägt Moses mit Gottes Hilfe Trinkwasser aus einem Felsen. Die Ältesten sind dabei Zeugen und können damit bestätigen, dass Gott sein Volk nicht im Stich lässt. Der Streit, den das Volk Israel mit dem Herrn ausficht, ist nicht der erste und wird auch nicht der letzte sein. Er ist ein kontinuierlicher Bestandteil der Geschichte des Volkes Gottes, zu dem auch wir gehören. Immer erwarten wir etwas vom Herrn: „Bitte, tu dies oder das für mich …“ Wir meinen, Gott immer daran erinnern zu müssen, dass er uns ständig gibt, was wir brauchen und entziehen ihm damit schrittweise unser Vertrauen, dass er ständig mit uns ist und nur das Beste für uns möchte. Dieses kann auch darin liegen, uns in Prüfungen zu einem geistigen Wachstum zu verhelfen. Ja, Gott sorgt sich ständig um uns. Darum ist er für uns wie ein sicherer Fels in der Brandung, wie ein Fels in der Wüste, auf den man schlägt und lebendiges Wasser erhält, nach dem wir unser Leben lang dürsten.
Evangelium — Joh 4,5-42
Am Jakobsbrunnen in Samaria trifft Jesus auf eine Bewohnerin dieser Region. Die Menschen dort galten damals für die Juden als Häretiker und wurden wegen ihrer den Tempelkult ablehnenden Religionspolitik, heftig kritisiert. Es kommt zu einem Dialog zwischen Jesus und dieser Frau. Im Zuge dessen bringt die Samariterin den Mut auf, Jesus die Wahrheit zu sagen, dass sie zwar fünf Ehemänner gehabt habe, aber dass der, den sie in diesem Moment habe, nicht ihr Ehemann sei. Die Wahrheit über sich selbst, die sie offen ausspricht, ist es, die sie heiligt und rechtfertigt. Sie hatte den Mut, ihre Schwächen, ihre Sünden zu bekennen und ihre Geschichte dazu zu benutzen, Jesus als Propheten kundzutun. Sie sprach: „Da ist ein Mensch, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe …“ Joh 4,29). Sie erkannte in Jesus einen, der Gottes Botschaft verkündet, der Gottes Stimme hört und seine Worte an uns weitergibt, eben wie ein Prophet. Doch um Gottes Stimme zu hören, musst du nicht unbedingt ein Prophet sein. Wenn du die Augen und die Ohren deines Herzens nutzt, kannst auch du Gottes Stimme vernehmen. Du wirst ihrer gewahr in der Not deines Nächsten und in all dem Leid auf dieser Welt. Und so, wie ein Prophet stets Gottes Auftrag erfüllt hat, ist es auch deine Aufgabe, Nöte zu beseitigen und Elend zu lindern. Nimm dir ein Beispiel an Jesus, folge ihm auf seinem Weg und zeige den Menschen, was es bedeutet, Christ zu sein.