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Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Mi 7,14-15.18-20Evangelium · Lk 15,1-3.11-32

Erste Lesung — Mi 7,14-15.18-20

Micha war ein Zeitgenosse Jesajas und wirkte in der Zeit zwischen 750 und 690 v.Chr. Er kritisierte die Verarmung breiter Kreise des Volkes durch Heranziehen der Kleinbauern und Handwerker zu staatlichen Frondienstleistungen, die Korruption des Beamtenapparates und der Justiz sowie die Wirtschaftskriminalität der reichen Großbesitzer. Daneben übte er harte Kritik an den Gottesdiensten, die in Heuchelei ausgeartet waren. In seinem, das Buch abschließende Gebet, bittet Micha darum, der Herr möge sich, wie bei Exodus und Landnahme, als der gute Hirte erweisen, der sein Volk auf üppige Weiden führt, wo es in Sicherheit und Wohlstand leben kann. Der Blick in die Vergangenheit gibt dem Beter Vertrauen für die Gegenwart und die Zukunft, hat sich doch Gott stets dem treulosen Volk gegenüber liebevoll verhalten, alle Sünden vergeben und so Leben und Heil geschenkt. So wie Micha sollen auch wir einen Blick in unsere Vergangenheit werfen: Was hat Gott bereits an Gutem für uns getan und wird er es künftig weiter tun? Wir dürfen in unserem Leben Gott, unserem Vater und Jesus Christus, unser Vertrauen schenken. Wir dürfen uns seiner Begleitung durch alle Höhen und Tiefen in unserem Leben bewusst sein. Und wir dürfen ihn dafür, so wie Micha in seinen letzten Zeilen in seinem Buch, loben und preisen. Denn wer sonst könnte größer sein als Gott, wer könnte uns armen Sündern das ewige Heil schenken?

Evangelium — Lk 15,1-3.11-32

Alle Zöllner und Sünder kamen zu Jesus, um ihn zu hören. Die Pharisäer und Schriftgelehrten empörten sich darüber und kritisierten, dass Jesus sogar mit ihnen aß. Es ist nahezu unglaublich, dass damals „alle“, wie es in der Heiligen Schrift steht, die vom rechten Weg abgewichen waren, zu Jesus kamen. Wie haben sich doch die Zeiten geändert. Heute stehen wir in nahezu leeren Kirchen, nur mehr wenige wollen das Wort Gottes hören oder sich in der Eucharistie mit dem Herrn verbinden. Die Sünder kommen heute größtenteils nicht mehr zu Jesus, sie meiden ihn und meinen, ohne den Herrn auskommen zu können. Doch eines Tages werden sie vor dem Herrn stehen, ob sie nun wollen oder nicht. Wie werden sie sich dabei fühlen, wie werden sie dem Herrn Rede und Antwort stehen? Ein Irrglaube besteht darin, zu meinen, sündenfrei zu sein. Sollten wir dieser Ansicht sein, dann haben wir die Worte Gottes noch nicht verstanden. Denn schuldig gemacht haben wir uns bereits alle in Gedanken, Worten und Werken! Wer sich davon ausnimmt, begeht abermals eine Sünde. Sollen wir darüber verzweifeln? Jesus zeigt uns anhand seines Verhaltens, dass er sich auch mit Sündern abgibt. Wozu hätte er sonst am Kreuz gelitten, wenn nicht für uns Sünder? Vor Gott werden wir immer Sünder bleiben, solange wir hier auf Erden leben. Aber er hat uns schon vergeben mit der Begleichung unserer Schuld durch Jesus Christus. Jesus steht für dich ein – das Einzige, das er dafür verlangt, ist dein Glaube an ihn und deine Erkenntnis, ein Sünder zu sein. Wenn du das vor ihm bekennst und um Vergebung bittest, wird er für dich die Türe zum Himmel öffnen.