undefined. undefined NaN · Freitag

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Gen 37,3-4.12-13a.17b-28Evangelium · Mt 21,33-43.45-46

Erste Lesung — Gen 37,3-4.12-13a.17b-28

Josef war der Lieblingssohn seines Vaters Jakob und dieser schenkte ihm, als besonderes Zeichen seiner Liebe, einen wunderschönen Rock, was den anderen Brüdern missfiel. In ihrer Hierarchie war Josef auf der untersten Stufe und sie wollten ihn deshalb loswerden. Sie warfen ihn in eine Zisterne, aus welcher er von midianitischen Kaufleuten befreit und an eine islamische Karawane, die Richtung Ägypten zog, verkauft wurde. So kam Josef nach Ägypten, wo er auf der Karriereleiter am Hof des Pharao hoch hinaufkam. In der Josefsgeschichte spiegelt sich etwas von der Geschichte Israels: Der jahrhundertelange Konflikt zwischen dem Norden und dem Süden – Josef als Repräsentant des Nordens und Juda, einer seiner Brüder, als Repräsentant des Südens – und eine Vorausdarstellung des Schicksals Jesu. Dieser, vom Vater auf einzigartige Weise geliebte Sohn, wurde so wie Josef verkauft. In beiden Fällen war das Geld von größerer Bedeutung als gelebte Bruderschaft, als gelebtes Miteinander und Würdigung des Nächsten, mit dem man vielleicht gemeinsam eine Strecke weit durch das Leben gegangen ist. Eigene Interessen wurden priorisiert, die Gefühle des anderen drangen nicht bis ins eigene Herz vor. Dieses blieb verschlossen. Fehlt die Liebe, dann lösen sich alle zwischenmenschlichen Verbindungen, aber nicht nur diese, sondern auch die Verbindung zu Gott auf. Es ist schwer nachzuvollziehen, warum menschliche Herzen oft so kalt bleiben oder sich nur für die eigene Sache erwärmen. Wie viele Konflikte sind daraus bereits entstanden?

Evangelium — Mt 21,33-43.45-46

Jesus spricht im Gleichnis von einem Weinberg, den ein Gutsbesitzer anlegt und verpachtet. Im Bild dieses Gleichnisses steht der Weinberg für Israel und der Weinbergbesitzer ist Gott. Die Pächter sind wir alle, nicht nur die Israeliten damals. Darum fragt uns Jesus „Liefert ihr den angemessenen Pachtzins ab?“,. Woraus besteht dieser Pachtzins? Er besteht aus Früchten, also aus allem, was zum Glück und Wohlergehen unserer Nächsten beiträgt. Tun wir das? Die Pächter im Weinberggleichnis scheinen davon weit entfernt, sie prügeln und morden diejenigen, die den Pachtzins abholen sollen und zuletzt töten sie sogar den Sohn des Besitzers. Jesus ruft in diesem Gleichnis zur Umkehr. Und das aktuell bis heute. Er mahnt uns, uns nicht von den Verführungskünsten der Weltlichkeit und unseren Sorgen des Alltags ablenken zu lassen. Wie oft sind wir doch Gefangene des Alltags, wobei wir nicht selten diese Gefangenschaft freiwillig und gerne auf uns nehmen. Wir hasten durch das Leben, meinen unabkömmlich zu sein und gönnen uns dabei kaum oder nur wenig Zeit für das Notwendigste: Das Gebet, unseren Weg der Nachfolge und das Heil unserer Seele. Darum erinnert uns Jesus: „Nehmt euch in Acht, denn der Tag des Herrn kann schon morgen sein.“ Jederzeit kann von uns verlangt werden, vor den Herrn zu treten und ihm Rechenschaft über unser Leben abzulegen. Bist du darauf vorbereitet?