undefined. undefined NaN · Mittwoch

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Jer 18,18-20Evangelium · Mt 20,17-28

Erste Lesung — Jer 18,18-20

Der Prophet Jeremia wirkte im 7. Jahrhundert v.Chr. und verkündete während der Regierung von König Jojakim vor allem zwei Gesichtspunkte: Die Ankündigung des Feindes aus dem Norden – die Babylonier – und die Kritik an den Institutionen des Landes, vor allem an den Priestern, Weisen, falschen Propheten und dem Hofstaat. Die Androhung eines kommenden Gerichtes Gottes führte dazu, dass Jeremia angefeindet und verfolgt wurde. In den fünf Konfessionen des Propheten klagt dieser über sein Schicksal. In der heutigen, der vierten Konfession, schmieden die Gegner Jeremias Pläne gegen ihn und wollen ihm aus einem verfänglichen Wort einen Strick drehen. Wir können annehmen, dass es sich dabei um einen theologischen Konflikt gehandelt hat. Jeremias ruft daraufhin Gott an und fragt ihn, ob man denn Gutes mit Bösem vergelten darf, denn er liebt sein Volk und betet für seine Rettung. Darf man Gutes mit Bösem vergelten? Schon Jesus erfuhr am eigenen Leib diese Schmach. Wieviel Gutes hat er getan und wie wurde ihm dies vergolten? Doch zuletzt hat das Gute gesiegt, denn das Gute ist immer stärker als das Böse. Das Licht ist immer stärker als die Dunkelheit. Auch wenn das Böse kurzfristige Siege erringt, sie sind nicht von Dauer. Darum lassen wir uns vom Bösen nicht vereinnahmen, bekämpfen wir es mit unserem Vertrauen in den Herrn. Auch Jesus musste Leid ertragen, aber im Vertrauen auf den Vater hat er es ertragen und besiegt.

Evangelium — Mt 20,17-28

Jesu Kelch ist sein Schicksal. Es ist der Kelch des Lebens, des Leides und des Todes, aber auch zugleich der Kelch des Heils. Jesus hat bereitwillig diesen Kelch aus des Vaters Hand angenommen. Doch auch ihm fiel es schwer, in der letzten Nacht seines irdischen Lebens, diesen Kelch ohne weiteres zu akzeptieren: „Mein Vater, wenn es möglich ist, gehe dieser Kelch an mir vorüber. Aber nicht wie ich will, sondern wie du willst“ (Mt 26,39-40). Für niemanden ist es leicht, den Kelch des Lebens bis zum letzten Tropfen zu lehren, denn geht der Wein im Kelch zur Neige und ist er zuletzt verbraucht, wandelt sich der Kelch zu demjenigen des Leids und dann zu dem des Todes. Mit Jesu Kreuzestod und seiner Auferstehung am dritten Tag wird aber der für uns zuletzt bittere Kelch zum süßen Kelch des Heils. Denn die Auferstehung Jesu hat den leeren Kelch mit neuem Wein gefüllt, einem Wein, der niemals mehr ausgehen wird und an welchem wir uns auf ewig erfreuen werden. Wir erhalten diesen neuen Kelch aber nur dann, wenn wir zuvor, so wie Jesus, aus dem Kelch des Leids und des Todes getrunken haben. So wird Jesu Kelch auch zu einem Kelch der Befreiung von Schuld, zu einem Kelch der besonderen Gnade Gottes und einem Gefäß, welches Gemeinschaft mit Gott spendet.