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Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung — Dtn 26,16-19
Das Buch Deuteronomium erzählt vom letzten Lebenstag des Moses und besteht fast ausschließlich aus einer Zusammenstellung von Reden, die Moses im Land Moab hält. Moses fasst in ihnen noch einmal die gemeinsam erlebte Geschichte zusammen und gibt dem Volk in einer Neufassung der bisherigen Gottesgesetze, Weisungen für das Leben im künftigen Land. Nach Abschluss der Gesetzesaufzählung schließt Gott einen Bund mit seinem Volk. Der Bund mit Gott zeichnet Israel als heiliges Volk aus. Und auch wir als Getaufte dürfen uns heilig nennen, weil wir durch die Taufe zu Gott gehören, an ihn glauben, seine Gebote halten und ihm vertrauen. Wir wollen in seiner Liebe bleiben und diese Liebe bezeugen in der Liebe zu unseren Nächsten und in der Verehrung, im Lobpreis Gottes. Unsere Liebe darf aber auch keine berechnende Liebe sein, sie muss dem geschenkt werden, der sie nötig hat, auch wenn er nicht liebenswürdig ist. Denn auch Gott ist nicht berechnend in seiner Liebe, er schenkt sie allen gleichermaßen, auch den Sündern. Zeigen wir, dass wir dieser Liebe wert sind, in Umkehr, Buße und Reue.
Evangelium — Mt 5,43-48
In der Bergpredigt spricht Jesus unter anderem die Notwendigkeit der Liebe zu unseren Feinden an. Feindesliebe ist eine der am schwersten umzusetzenden Forderungen von Jesus, denn wie kann man jemanden lieben, der uns Böses angetan hat? Verlangt da Jesus nicht zu viel von uns? Wie soll das gelingen, meinen schlimmsten Widersacher zu lieben? Sicherlich ist dies kein leichter Weg. Doch es ist der Weg des Friedens. Dieser wird nicht geschenkt, man muss sich ihn hart erarbeiten. Frieden unter den Menschen kann es nur dann geben, wenn jeder seinen Seelenfrieden gefunden hat, das heißt, die allesumfassende Liebe erkannt hat und sich auf den Weg dieser Liebe begibt und dabei alles, was den Egoismus und die Selbstbezogenheit fördern, selbstkritisch betrachtet und dann zum Wohl des Nächsten und der Allgemeinheit handelt, so wie Gott handeln würde. Jesus hat auf seinem Weg aber auch Unrecht bekämpft, das Unrecht gegen Gott und den Menschen, jeweils unter dem Aspekt der Liebe und nicht der Rache. Aber wie hat er gegenüber dem Unrecht gehandelt, dass ihn selbst als Mensch ans Kreuz gebracht hat? Er hat sich in sein Schicksal gefügt. Er hat die Menschen, die für seinen Tod verantwortlich waren, nicht verflucht, im Gegenteil, er hat für sie zum Vater gebetet: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!“ (Lk 23,34). Bei Jesus ist das letzte Wort das Wort der Vergebung und nicht der Rache.