undefined. undefined NaN · Donnerstag

Auf den Punkt.

Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.

Lesung · Est 4,17k-m.r-tEvangelium · Mt 7,7-12

Erste Lesung — Est 4,17k-m.r-t

Das Buch Ester, entstanden vermutlich im dritten Jahrhundert v.Chr., ist in drei unterschiedlichen Fassungen überliefert: Das hebräische Ester Buch, die Septuaginta (mit Textergänzungen) sowie als Alfa Text in griechischer Sprache, dem Umfang der Septuaginta nahe. Inhaltlich gibt das Buch Einsicht in die gefährdete Lage der Juden im Exil. Durch ihr Festhalten an ihren Bräuchen und den religiösen Überlieferungen fielen sie immer wieder auf und erregten Widerspruch sowie Verfolgung. Als der persische König eine Gemahlin suchte, brachte man u.a. auch die Jüdin Ester zu ihm. Aufgrund ihrer Schönheit erwählte er sie zur Gemahlin. Doch hatte das keine Auswirkungen auf das jüdische Volk, die Verfolgungen gingen weiter. Ester konnte aber nicht so ohne weiters beim König Fürsprache für ihr Volk einlegen, denn ohne Erlaubnis beim König vorzusprechen bedeutete die Todesstrafe. In dieser Situation legte sich Ester Trauerkleidung an, wandte sich an ihren Gott, pries ihn als den einzigen Gott und erflehte von ihm Hilfe für ihr Volk. Und Gott erhörte sie. Wer weiß, dass der fürsorgliche Blick Gottes stets auf einen gerichtet ist, wird auch in angsterfüllten Momenten sein Vertrauen nicht verlieren und mit freiem und unbeschwertem Blick in die Zukunft schauen. Allzu oft verlieren wir das Vertrauen in den Herrn, lassen unsere Herzen bange werden und malen uns in dunklen Bildern unsere Zukunft aus. Doch wie oft ist dann, rückblickend gesehen, diese Zukunft hell geworden?

Evangelium — Mt 7,7-12

In der vorausgehenden Parallelstelle zum heutigen Evangelium, in Lk 11,5-13, bittet jemand seinen Freund mitten in der Nacht um drei Brote. Sein Freund wird ihm aufgrund seiner Zudringlichkeit sicherlich diese Bitte erfüllen. Der Bittende weiß, dass er einen Freund hat, auf den er sich verlassen kann. Ist Gott für dich auch dein Freund, dem du alle deine misslichen Situationen anvertraust? Und noch etwas fällt auf: Er bittet nicht um etwas für sich, sondern für den unerwarteten Besuch, den er erhalten hat. Wenn du Jesus um etwas bittest, wie oft geht es dabei um eine Leistung für dich selbst und wie oft geht es um eine Bitte für jemand anderen? Wenn du Bitten für jemanden, der sich in einer Notlage befindet, immer wieder vor Gott trägst, investierst du Zeit deiner eigenen Lebensspanne und auch etwas in deine eigene Zukunft. Jede Fürbitte ist ein Dienst am Nächsten. Lass bei solchen Bitten nicht locker und erinnere Jesus an sein Wort: „Bittet und es wird euch gegeben“ (Mt 7,7). Doch Gott gibt uns nicht all dies automatisch, worum wir uns selbst bemühen könnten und müssten. Soweit wir für das zu Erbittende selbst etwas beitragen können, sind wir als Christen gefordert und verpflichtet, selbst etwas zu tun. Wenn wir für einen anderen etwas von Gott erbitten, etwas was außerhalb unserer Macht liegt, so dürfen und sollen wir, so lehrt es uns Jesus im Vaterunser, nachdrücklich, ausdauernd und aufdringlich bitten.