undefined. undefined NaN · Samstag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung — Jes 58,9b-14
Wie sieht ein Fasten aus, das der Frömmigkeit entspricht? Jesaja knüpft in der heutigen Lesung an die vorausgehenden Verse 1-9 an: Erst wenn ihr für den Nächsten getan habt, was zu tun ist, wenn ihr eigenes Unrecht erkannt und wiedergutgemacht habt, dann wird Gott euer Fasten gutheißen und eure Hoffnung gedeihen. In Folge wird deine Finsternis zu Licht werden, der Herr wird verlässlich für dich da sein, auch in Dürre und Not. Ja, mehr noch, du wirst selbst einem bewässerten Garten gleichen und gute Früchte und schöne Blüten hervorbringen. Man wird sich an dir erfreuen und deine Nähe suchen. Niemand wird dich verschmähen, auch Gott nicht. Ist dein Blick stets sorgenvoll auf deinen Nächsten gerichtet, dann wird auch Gott seinen Blick nicht von dir wenden. Er wird dir eine Heimat bieten, wundervoller und prächtiger als alles, was du dir vorzustellen vermagst. Gott wird mit dir wohnen und du bei ihm. Sorgen und Leid werden der Vergangenheit angehören. Du hast deine Zukunft selbst in der Hand, verschließe daher deine Hand nicht, öffne sie und strecke sie deinem Nächsten entgegen. Dann wird auch Gott seine Hände öffnen und sie dir entgegenstrecken, an deinem letzten Tag. Er wird dich an der Hand nehmen und dich in deine wahre Heimat, bei deinen Ahnen, führen.
Evangelium — Lk 5,27-32
In der Person des sicherlich allgemein unbeliebten Zöllners Levi finden wir überraschenderweise einen der Apostel, nämlich Matthäus. Wie kann das sein? So wie Saulus zum Paulus wurde, wandelte sich dieser Levi in der Nachfolge Jesu zu einem seiner engsten Vertrauten. Als Steuereintreiber für die Römer war er wahrscheinlich korrupt, hartherzig und scheute sich nicht, sein eigenes Volk für die Römer und sich selbst auszubeuten. Auf die Frage der Schriftgelehrten und Pharisäer, warum sich Jesus mit solchen Menschen zu Tisch legte, hören wir Jesu Antwort: Ich bin nicht gekommen, um Gerechte, sondern Sünder zur Umkehr zu rufen. Jesus beruft mit Absicht die größten Sünder zur Nachfolge. Darin soll sich Gottes Gnade als siegreich erweisen, sie soll aus Gottlosen wieder Gerechte machen. Solche Gerechte lebten in der Regel zuvor als Selbstgerechte, sie erkannten ihre Verfehlungen nicht oder wollten diese nicht erkennen, denn sie brachten ihnen Ansehen, Wohlstand und Macht. Ist es nicht so, dass viele Menschen so denken? Viele sind meist ihr eigener Maßstab nach dem sich alle anderen zu richten haben. Aber solche Selbstgerechte hat Jesus nicht gemeint, als er von den Gerechten sprach. Diese haben sich bereits in den Dienst Gottes gestellt und ihr Leben auf Gott ausgerichtet. Solche Menschen braucht Jesus nicht zur Umkehr zu rufen. Die Selbstgerechten hingegen, die Sünder, alle diejenigen, die nach eigenen Maßstäben leben und nicht nach den Maßstäben Gottes, diese möchte Jesus retten und er bietet ihnen daher seine besondere Nähe an. Ich glaube, oft brauchen wir alle diese besondere Nähe Jesu.