undefined. undefined NaN · Freitag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung — Jes 58,1-9a
Eingangs der heutigen Lesung soll Jesaja seine Stimme mit voller Kraft erheben, um das Volk anzuklagen. Dieses Volk ist scheinbar ein frommes Volk, hält die Traditionen und fastet zu den gegebenen Zeiten. Doch in den Augen Gottes ist das Fasten des Volkes nicht das Fasten, das er sich erwartet. Es werden weiterhin rücksichtslos Geschäfte gemacht, Abhängige ausgenutzt, womit alle „Frömmigkeitsübungen“ gründlich ihr eigentliches Ziel verfehlen. Haben die Menschen noch Gott in ihren Herzen? In Wahrheit sind sie gefühllos, blind und taub geworden und haben sich damit ihren Nächsten gegenüber, die die Not ihren Alltag nennen, verschlossen. Jesaja soll mit seinen mahnenden und scharfen Worten diese Missstände aufdecken, das Volk wachrütteln und zur Umkehr bewegen. Jesajas Worte finden aber auch heute in der Zeit des Wohlstandes ihre Gültigkeit. Wir sind es gewohnt, die Sonnenseite des Lebens zu genießen, obwohl viele unserer direkten Nächsten vor unseren Augen in Armut leben. Blindheit hat um sich gegriffen, wie auch Gleichgültigkeit, Ignoranz, besonders bei jenen, deren Kornkammern bereits übervoll sind. Die Fastenzeit möchte uns wieder auf den rechten Weg bringen, weg vom: „Was geht mich das an?“, hin zum: „Hier bin ich!“ Wenn du dich selbst anbietest, wird sich auch Gott dir gegenüber anbieten und sagen: „Hier bin ich!“, wenn du dereinst einmal selbst um Hilfe bittest.
Evangelium — Mt 9,14-15
Wer Jesu Tun und das seiner Jünger beobachtete, dem stellte sich bald die Frage: Warum fasten diese nicht so wie das Gesetz es vorschreibt? Jesu Antwort darauf: „Können denn die Hochzeitsgäste trauern, solange der Bräutigam bei ihnen ist?“ stellt alles Bisherige auf den Kopf, denn die Hochzeit ist ein Bild für die Erfüllung der Heilszeit und diese hat mit Jesus bereits begonnen. Der Bräutigam dieser Zeit ist nach dem Alten Testament Gott selbst und dieser ist in Jesus anwesend. Dies lässt die religiöse Praxis, das Fasten am Versöhnungstag, überflüssig werden. Würde man hingegen weiterhin fasten, wäre das eine Ablehnung Jesu und seiner Botschaft, eine Ablehnung Gottes. Eine zweite Frage ist: Wer sind die Hochzeitsgäste, von denen die Rede ist? Wir alle sind diese Gäste, wir alle, die wir die Einladung zur Hochzeit, zur Verbindung mit dem Herrn, erhalten haben. Wann haben wir diese Einladung erhalten? Wir haben sie mit unserer Taufe erhalten und angenommen! Uns allen wurde bei diesem Geschehen ein schönes weißes Gewand angelegt und wir haben das Zeichen des Herrn erhalten, das Kreuz auf die Stirn. Seit unserer Taufe sind wir in inniger Gemeinschaft mit dem Herrn. Ich hoffe, du hast auf deinem Lebensweg nicht die Hochzeitsgesellschaft verlassen, bzw. dass du nach deinen Abwegen wieder zu ihr zurückgekehrt bist. Und denk daran: In der Gemeinschaft mit Jesus ist Trauer und Fasten fehl am Platz, weil der Herr es ist, der all deinen Schmerz versteht und dich von deinem Schmerz befreien kann. Vertraue einfach!