undefined. undefined NaN · Donnerstag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung — Dtn 30,15-20
Das Buch Deuteronomium, das fünfte Buch des Mose, ist seiner Form nach eine Rede Mose vor der versammelten Gemeinde von Israel. Jeder einzelne des Volkes wird von den Worten Mose angesprochen und fünfmal in seiner Rede wiederholt Mose die Worte: „Höre, Israel“. Worauf soll Israel hören? Es soll auf die Worte Gottes hören, denn es hat die Wahl zwischen Leben, Glück und Segen, wenn es gehorcht, und Tod, Unglück und Fluch, wenn es vom Herrn abfällt. Das Volk muss sich entscheiden und damit selbst die Weichen für die Zukunft stellen. Gehorsam gegenüber Gottes Geboten ist Leben, weil die Gebote von Gott, aus der Quelle des Lebens, kommen. Ungehorsam bedeutet hingegen Tod. Doch warum entscheidet sich die Menschheit immer wieder für den Tod und nicht das Leben? Warum geben wir dem Tod, der Zerstörung und der Vernichtung so viel Raum? Als freie Menschen – so hat Gott uns gewollt und geschaffen – haben wir jederzeit die Möglichkeit der Wahl zwischen leben und leben lassen und dem Tod, der Zerstörung. Es bleibt uns stets die Wahl zwischen Todes- und Lebensmächten. Doch selbst dann, wenn wir uns für das Böse entscheiden, gibt Gott seine Liebe zu uns nicht auf. Gott ist langmütig und geduldig, barmherzig und verzeihend sofern wir unsere Schuld bekennen und reumütigen Herzens zu ihm zurückkehren. Dann wird er uns mit offenen Armen erwarten und uns von unseren bedrückenden Lasten auf unsere Seele befreien.
Evangelium — Lk 9,22-25
Jeder, der Jesus nachfolgen möchte, wird sich in der harten Realität wie ein Schaf unter Wölfen fühlen. Jesus, der Hirte aller Völker, ist Lamm, ist Schaf geworden und hat unter den Wölfen das Schicksal erlitten, mit welchem Schafe in der Begegnung mit Wölfen rechnen müssen. Doch letztlich war das Schaf stärker. Das Reich der Wölfe verging – gewiss, es wurde von anderen Wolfsreichen abgelöst, aber sie kommen und gehen, diese Wölfe, diese Reiche. Im Gegensatz dazu ist das Reich des Lichtes bis heute geblieben. Denn immer wieder finden sich getreue Nachfolger Jesu und geben die Flamme, das Licht Jesu, weiter an die nachfolgenden Generationen. Diese Nachfolge ist in kein leichter Weg. Er ist hart und steinig, wie der Weg, den Jesus selbst gegangen ist, oft voll von Hass, Spott, Ablehnung, Demütigung etc. Es ist kaum zu glauben, dass Gottes mahnenden Worten seit Beginn der Menschheitsgeschichte so viel Kälte, Missachtung und Unglauben gegenüberstanden und noch immer gegenüberstehen. Nicht einmal die Entsendung seines Sohnes konnte die Menschheit von der schiefen Bahn abbringen. Wie groß muss die Liebe Gottes zu uns sein, dass er uns nicht schon längst vernichtet hat? Er hat sogar all unsere Schuld in Jesus Christus auf sich selbst geladen und leidet in seinem Sohn an unserem Verhalten. Doch trotzdem steht Jesus zu uns, als Menschensohn. Er ist derjenige, der für uns alle Fürbitte leistet und keinen von uns aufgibt. Wie dankst du ihm dafür? Wie stehst du zu seiner Vergebung für dich? Was bedeutet dir Jesus?