undefined. undefined NaN · Dienstag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung — Jak 1,12-18
Der Verfasser des Jakobusbriefes greift das Thema „Versuchung“ auf, wobei alle Versuchungen für ihn nicht von Gott oder Satan kommen, sondern aus den Menschen selbst. Zwar ist es im Alten Testament wiederholt Gott oder der Teufel, der die Menschen „prüft“ oder „auf die Probe stellt“, aber Gott versucht nicht. Gott prüft und gibt damit Gelegenheit zur Bewährung. Von Gott kommen nur gute Gaben: das Licht, nicht die Finsternis; das Leben, nicht der Tod. Versuchungen kommen, so Jakobus, aus den Herzen der Menschen, von den Begierden. Und wenn sich der Wille der Menschen mit den Begehrlichkeiten vereinigt, wird die Sünde geboren. Diese bewirkt, wenn sie vollzogen wird, den Tod, d.h., das Urteil im Gericht Gottes. Als Christen sollen wir uns nicht gegen Prüfungen wehren, denn Gott hat uns durch sein Wort der Wahrheit – das Evangelium – Widerstandskraft in unser Herz gelegt, im Hinblick auf das uns erwartende Licht des Heils. Jede bestandene Prüfung bezeugt die Stärke unseres Glaubens und je mehr Prüfungen wir bestehen, umso stärker wird unser Glaube. Schrecken wir daher nicht vor Prüfungen zurück, betrachten wir sie als Hinterfragung unserer Herzenseinstellung und als günstige Gelegenheit, auf dem Weg der Nachfolge ein weiteres Stück vorwärtszukommen.
Evangelium — Mk 8,14-21
Wir alle kennen Sauerteig. Im Grunde ist er etwas Gutes. Er lässt den Teig aufgehen, um daraus schmackhaftes Brot machen zu können. Im heutigen Evangelium ist aber von einem schlechten Sauerteig die Rede, der – statt wachsen zu lassen – alles ruiniert. Er lässt zwar auch wachsen, aber nach innen. Dieser Sauerteig der Pharisäer ist die Heuchelei, die Selbstsucht, das Verlangen, jemand sein zu wollen, auf andere herabzublicken, Gutes zu predigen, aber selbst nicht danach zu leben. Nach außen hin erblickt man dabei etwas Schönes, aber nach innen hin nur Ruinen. Dieser Sauerteig bietet Menschen keine Zukunft, er ist zerstörerisch, ein Bild für das Böse, das sich still und langsam ausbreitet und dabei alles beeinflusst mit dem es in Berührung kommt. Ähnlich der Sauerteig des Herodes, zu diesem gehören Skeptizismus, Unsittlichkeit und Weltlichkeit. Beide Arten dieses schlechten Sauerteiges – den des Herodes und den der Pharisäer – finden wir in uns und in der Welt. Wie können wir diesem Teig standhalten? Nur mit dem Sauerteig, der nach außen wachsen lässt: dem Sauerteig des Heiligen Geistes. Denn der Heilige Geist drängt dich dazu, aus dir herauszugehen, hin zu jenen Menschen, die in Schwierigkeiten leben – im Leid mit schweren Problemen oder Prüfungen. Er lässt dich reifen und wachsen, sodass du am Ende deines Lebens gute und zahlreiche Früchte als Unterpfand zum Erhalt des ewigen Lebens bieten kannst.