undefined. undefined NaN · Montag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung — Jak 1,1-11
Der Jakobusbrief ist der Erste der sieben „Katholischen Briefe“ und wurde von einem uns unbekannten Autor verfasst. Die Tradition, aus der der Verfasser schöpft, ist die jüdische Weisheitsliteratur, wobei das Fehlen einer Bezugnahme auf Kreuz und Auferstehung Jesu auf eine inhaltliche Entstehungszeit vor der Zeitenwende spricht. Im gegenständlichen Abschnitt des Briefes werden Anfechtung, Bewährung des Glaubens, Geduld und Freude in Zusammenhang gebracht, wobei es bei der Freude um die für alle offenstehende Möglichkeit geht, im Glauben vollkommen zu werden. Hilfreich dabei sind die Versuchungen, denn im Standhalten gegen diese können wir uns in der Geduld üben und am Ende unseres Lebens im Gericht Gottes die Krone des Lebens, das ewige Heil, empfangen. Wie steht es in unserem Leben um Geduld oder Gelassenheit? Beide sind nötig, um Beständigkeit zu erzielen. Geduld bewahrt vor Übereifer, der oft zerstörend wirken kann, und hilft, die eigenen Grenzen des Egoismus immer weiter hinauszuschieben. Und Gelassenheit bewahrt uns vor der irrigen Meinung, für alles im Leben allein verantwortlich zu sein. Wir müssen lernen, Gott mehr zu vertrauen. Hat er uns nicht bis zum heutigen Tag über alle unsere Probleme und Sorgen hinweggeholfen? Oder meinen wir, alles, was wir im Leben bis jetzt erreicht haben, ist letztlich uns selbst zu verdanken? Da sei die Frage gestattet: Wem verdankst du dein Leben? Auch dir selbst? Wir müssen uns bewusstwerden, dass es vieles gibt, was außerhalb unserer Einflusszone liegt, denn es liegt in Gottes Händen.
Evangelium — Mk 8,11-13
Obwohl Jesus sehr viele Zeichen seiner Macht, der Kraft Gottes in ihm, geschehen ließ, sind die Pharisäer noch immer nicht überzeugt von seiner Sendung. Sie fordern ein Zeichen am Himmel. Denn irdische Zeichen könnten auch von Satan bewirkt werden, so meinen sie. Sie begründen dies mit dem Engelssturz, mit dem Hinauswurf Satans aus dem Himmelreich, mit welchem er alle Macht im Himmel verloren hat. Sichtbare Zeichen an Sonne, Mond oder Gestirnen, wenn Jesus solche geschehen ließ, wären für sie ein Beweis seiner göttlichen Abstammung. Dieser Forderung gibt Jesus nicht nach, denn Gotteserkenntnis kann man nicht durch Beweise oder Versuchung Gottes erlangen. Viele von uns warten auch heute auf ein Zeichen des Himmels, besonders in ihrer Not, um an Jesus glauben zu können. Doch Jesus lässt sich nicht erpressen. Er hat schon so viele Zeichen gewirkt, aber trotz der vielen kleinen und großen Zeichen auf dieser Welt, die Gottes Anwesenheit bekunden, bleiben die Menschen skeptisch. Nun, erkennen kannst du diese Zeichen Jesu nur mit der Brille des Glaubens. Der Glaube ist es, der dich erkennen lässt. Ohne diesen Glauben bleibst du blind und deshalb meinst du, dass es keine Zeichen gibt. Doch derer sind so viele: In deinem Nächsten, der dir hilft. In den vielen positiven Zufällen deines Lebens und sogar in dir selbst, wenn du über deinen Schatten springst und zum Wohl deines Nächsten tätig wirst.