undefined. undefined NaN · Sonntag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung — Sir 15,15-20
Wir befinden uns heute im Buch Jesus Sirach. Ein Weisheitslehrer aus dem zweiten Jahrhundert v. Chr. fügte darin verschiedene Spruchsammlungen zusammen, um den Menschen u.a. Antworten auf die Fragen zu geben: Wie kommen wir mit den Fragen und Problemen des Lebens zurecht? Was hat sich in Momenten der Krise als hilfreich erwiesen? Im heutigen Schriftwort wendet sich der Autor gegen einen resignativen Determinismus, der die eigene Bosheit und Schuld Gott zuschreibt. Daher lautet die Frage: Woher kommt die Versuchung, gegen Gott zu rebellieren oder ihn und seine Gebote zu vernachlässigen? Nun, Gebote zu haben ist eine Sache, sie zu halten, innerlich zu bewahren und lebendig zu halten, eine andere. Als freie Menschen haben wir die Möglichkeit, uns für Gott oder gegen ihn zu entscheiden. Unser Weg zum Heil führt jedenfalls vom Wortlaut der Gebote weg in die Liebe. Daraus ergibt sich die Unterscheidung der Geister: Was führt zum Leben und zur Liebe? Was führt zur Starre und zum Tod? Gott hat uns nicht als willenlose Wesen geschaffen und auch nicht vorherbestimmt, ob wir gut oder böse sind. Zwar hat uns Gott die Begierde mitgegeben, doch auch seine Gebote, und diese sollen uns als Orientierung dienen, um auf Gottes Weg zu bleiben. So möchte uns das Wort Gottes leiten, anleiten und ermutigen, um aufzubrechen, ihm Vertrauen zu schenken. Doch wie letzten Endes die eigene Entscheidung lautet, ist eine Frage des Willens.
Evangelium — Mt 5,17-37
In der Bergpredigt spricht Jesus von der Erfüllung des Gesetzes, wie wir es erfüllen müssen und wie wir dies tun sollen. Jesus will uns helfen, den Gesetzen Gottes, übermittelt durch Moses, näherzukommen, denn nur in Erfüllung dieser Gesetze erlangen wir Freiheit von unseren Leidenschaften und Sünden. Menschen, die ihre Leidenschaften nicht zügeln können, fehlt die Erfüllung des Gesetzes. Wenn man den Versuchungen und Leidenschaften des Lebens nachgibt, ist man nicht mehr Herr und Meister seines eigenen Lebens, sondern wird unfähig, es mit Willenskraft und Verantwortung zu bewältigen. Nun, LSUB, Jesus ist nicht gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Mit seinen Worten: „Ich sage euch …“, bringt er uns Antithesen zu den Gesetzen. Doch hebt er damit die Vorschriften nicht auf, sondern erläutert den vollen Umfang ihrer Bedeutung und zeigt, in welchem Geist sie zu beachten sind. Er möchte, dass wir das Gesetz im Herzen annehmen und verstehen lernen, was Nächstenliebe tatsächlich bedeutet: Sie ist die lebenswichtige Grundlage aller zwischenmenschlichen Beziehungen. Jesus weiß, dass es nicht leicht ist, die Gebote auf diese Weise zu leben. Deshalb bietet er uns seine Hilfe an: Er ist nicht nur in die Welt gekommen, um das Gesetz zu erfüllen, sondern auch, um uns seine Gnade zu schenken, damit wir Gottes Willen tun können, indem wir ihn und unsere Brüder und Schwestern lieben. (Nach einer Ansprache von Papst Franziskus beim Angelusgebet am 16. Februar 2020)