undefined. undefined NaN · Freitag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung — 1 Kön 11,29-32; 12,19
Jerobeam, unter Salomo zum Aufseher aufgestiegen, erfährt über den Propheten Ahija aus Schilo von Gottes Plan, ihn zum König über einen Teil von Israel zu erheben. Er soll zehn Stämme erben, das Nordreich wird so geschaffen. Übrig bleiben Jerusalem und Juda, die zum Südreich werden. Ahija übermittelt Gottes Botschaft an Jerobeam in einer rituellen Handlung, zu der nach altertümlichen Vorstellungen ein neues, noch nicht durch den Gebrauch entweihtes Kleidungsstück, in mehrere Teile zerrissen wurde. Im gegenständlichen Fall in zwölf Teile, entsprechend der Anzahl der Stämme Israels. Mit dieser Zeichenhandlung wird bestätigt, dass der neue König des geschaffenen Nordreiches von Gott eingesetzt wurde. Gott hatte von jeher einen Plan für die Menschheit. Aber, anstelle Gott zu vertrauen, vertraute der Mensch mehr der Stimme des Antichristen und verlor dadurch das Paradies. Und so wie Gott einen Plan für die gesamte Menschheit hat, hat er auch einen Plan für dich. Folgst du diesem Plan oder hast du ihn schon verworfen und gehst deine eigenen, irdischen Wege? Natürlich muss jeder von uns auch seinen irdischen Weg gehen; doch sollte dieser auf das Nächsthöhere ausgerichtet sein: die Verbindung mit Gott. Wie stark bist du mit Gott verbunden oder hast du vielleicht gar keine Verbindung zu ihm? Hast du keine, wie willst du das höhere Ziel erreichen? Bist du hingegen am richtigen Weg, festige mit jedem Schritt deinen Glauben und bemühe dich, mit Jesus in der Nachfolge Schritt zu halten.
Evangelium — Mk 7,31-37
Im Gebiet der Dekapolis – östlich und südlich des Sees Gennesaret – brachte man einen Taubstummen zu Jesus und bat ihn, er möge dieser armen Seele die Hand auflegen – ein Wunder an ihm zu vollziehen, um diesen Menschen zu heilen. Da das Gute stets ohne Lärm, ohne störende Zuseher und ohne Prahlerei geschehen soll, führte Jesus den Taubstummen etwas abseits, legte ihm die Finger in die Ohren, berührte dessen Zunge mit Speichel und rief mit Blick zum Himmel: „Effata!“, das heißt: „Öffne dich!“, und der Mann wurde sofort geheilt. Wie oft sind wir stumm oder schwerhörig, wenn es um Anliegen unserer Nächsten geht? Meist ist so viel innerer und äußerer Lärm in uns und um uns, dass wir die Rufe unserer Nächsten nicht hören. Oft wollen wir sie auch gar nicht hören. Wir müssen wieder lernen, uns der Bedürfnisse unserer leidenden und hilfsbedürftigen Brüder und Schwestern zu öffnen und Verschließungen des Herzens zu vermeiden. Wir müssen innerlich wach bleiben, damit wir den Anforderungen des geschenkten Lebens und unseres Heils Genüge tun können. Wir können vieles auf dieser Welt bewirken, wenn wir uns von der Not der anderen berühren lassen und selbst heilsame Berührungen schenken. Wie wichtig sind doch unzweideutige, herzliche Körperkontakte: Das Händehalten eines Kranken, die Umarmung eines Freundes oder jede einfühlsame Minute eines zuhörenden Ohres.