undefined. undefined NaN · Donnerstag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung — 1 Kön 11,4-13
Im Vers drei zur heutigen Lesung erfahren wir, dass Salomo siebenhundert Hauptfrauen und dreihundert Nebenfrauen hatte, darunter auch viele aus dem Ausland. Die Heirat ausländischer Frauen gehörte damals zu den politischen Maßnahmen eines Königs. Und Salomo fühlte sich seinen Frauen gegenüber verpflichtet, religiöse Kultstätten ihres Glaubens zu errichten und driftete damit vom Glauben an den einen Gott Israels ab. Nun trifft der göttliche Zorn Salomo mit der gleichen Härte wie Saul. Das „immerwährende“ Königtum wird ihm entzogen, doch noch nicht zu seinen Lebzeiten. Die Strafe wird erst an seinem Sohn vollstreckt werden und damit die Teilung des Reiches in Nordisrael und Juda eingeläutet. Es sei uns dies als Mahnung gedacht: Man kann nicht Gott verehren und zugleich anderen Göttern – Götzen – dienen. Diese Zwiespältigkeit ist Gott ein Gräuel. Doch wie viele Menschen wenden sich in unserer Zeit von Gott ab und stellen Dinge über ihn, die für sie gottähnlich, magisch anziehend, statusfördernd und besitzenswert sind? Wie mächtig ist zwischenzeitlich diese Scheingötterwelt geworden? Aber alle diese vermeintlichen Gottheiten unterliegen, ebenso wie diese Welt, der Kurzlebigkeit und Sterblichkeit. Daher versuchen diese „Götter“, mit allen Mitteln, auch wenn diese als unmenschlich und als wider die Natur bezeichnet werden können, an der Macht zu bleiben und Menschen dahingehend zu verführen, ihnen am Weg des Verderbens, der Korruption und Ausbeutung nachzufolgen. Darum die Mahnung Jesu: Gebt Acht, denn viele wollen euch irreführen!
Evangelium — Mk 7,24-30
Die Frau, deren Tochter Jesus aus der Ferne heilte, war eine Heidin. Doch war ihr Glaube an das, was Jesus lehrte sowie der Glaube an seine göttliche Natur und seine Sendung, so tief und ehrlich, dass Jesus, abweichend von seinem ursprünglichen Auftrag des Vaters, das Heil nach Israel zu bringen, seinen Wirkungsbereich auch auf heidnische Gebiete ausdehnte. Fand er doch unter den Heiden oft mehr Gläubige als im Judentum. So breitete sich sein Wort zunehmend im damaligen Palästina und den angrenzenden Bereichen aus, Heiden und Juden gleichermaßen umfassend. Die Mission unter den Heiden, wie klein sie auch angefangen hat, wuchs innerhalb kurzer Zeit schlagartig an. Wobei für die Mission außerhalb von Palästina Paulus derjenige war, der keine Mühen scheute, das Evangelium bis nach Rom zu bringen. Wie stark ist dein Glaube an Jesus Christus? Bist du überzeugt davon, dass er der Sohn Gottes, mit Gottes Kraft ausgestattet und barmherzig ist? Wenn dem so ist, dann nutze, so wie die Frau aus dem heutigen Evangelium, die Kraft der Fürbitte für deinen Nächsten. Die heutige Perikope zeigt uns, dass eine im Glauben und aus tiefstem Herzen ausgesprochene Bitte beim Herrn gut ankommt. Sein Herz ist nicht verschlossen, seine Ohren sind nicht taub – unsere hingegen oft. Auch sind unsere Augen gerne blind für die Bedürfnisse unserer Nächsten. Öffnen wir unsere Ohren und Augen und blicken wir dabei vor unsere Haustür – bereits dort können wir vieles finden, was einer Fürbitte bedarf.