undefined. undefined NaN · Mittwoch
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung — 1 Kön 10,1-10
Salomo ist, nachdem er die Regentschaft übernommen hat, rasch zu Ansehen und Reichtum gelangt. Der Besuch der Königin von Saba hängt wahrscheinlich mit den erfolgreichen internationalen Handelsbeziehungen zusammen, die Salomo zu knüpfen begonnen hat. Saba war damals ein wichtiger Handelsknoten in Südarabien, verbindend den Warenaustausch zwischen Indien, Ostafrika und dem Mittelmeerraum. Erzählt wird die Geschichte des Besuches zur Glorifizierung von Salomos Weisheit, der Pracht seines Hofes und des Kultes der Israeliten. Das Staunen der Königin wirft ein Licht auf das, was Salomo erreicht hat. Doch soll die märchenhafte Pracht seiner Hofhaltung nicht den Blick auf das Wohlgefallen des Herrn verdecken, dem der König seine Stellung verdankt und das ihn zu Recht und Gerechtigkeit verpflichtet. Die Königin von Saba erkennt das und preist Gott für sein Gefallen an seinem Schützling. Wenn unser Leben bisher gut gelungen ist, ist uns dann bewusst, dass wir das ausschließlich Gottes Hilfe zu verdanken haben? Es ist schon erstaunlich: Gott verlässt uns nie, auch wenn wir eigene Wege im Leben gehen und von ihm nichts wissen wollen. Er verlässt uns nie, eben weil wir seine Kinder sind. Wenn wir meinen, Gott habe uns verlassen, haben wir uns von ihm abgewandt, vielleicht sogar in Zuwendung zu dem Leid, das uns gerade widerfährt. Wenden wir uns hingegen im Leid Gott zu, werden wir seine Anwesenheit wieder spüren und er wird uns über unsere tiefen und dunklen Abgründe hinweghelfen, hin zum Licht.
Evangelium — Mk 7,14-23
Gott schuf diese Welt und „sah, dass es gut war“ (Gen 1). Im Prolog des Johannesevangeliums lesen wir: „Im Anfang war das Wort“, der Logos – also der Sinn, und Nichts wurde ohne diesen Sinn geschaffen. Die Welt und alles, was sie an Wunderbaren enthält, ist daher sinnvoll und von Gott gewollt. Doch woher kommt das viele Sinnlose auf dieser Welt: Hass und Streit, Mord, Krieg, Lieblosigkeit und sinnlose Zerstörung? Woher kommt so viel Dunkelheit in einer sinnvollen, von Gott geliebten Welt? Jesus gibt uns die Antwort: Alles Dunkle kommt aus dem Menschen, die Natur kennt nicht das Böse – Pflanzen wachsen, wie sie wachsen können und müssen, Tiere folgen ihren lebensnotwendigen Instinkten, nur der Mensch wendet sich in seiner Freiheit sehr gerne vom Licht der Schöpfung ab, hin zum Bösen. Dieses strömt aus unserer Seele, dem Geburtsort der Unreinheit. Den Zustand einer Seele erkennt man an ihren Taten. Ist eine Seele verunreinigt und somit dunkel gefärbt, produziert sie viele finstere Gedanken und Werke, die den Zustand der Unreinheit bestätigen. Bleibt man weiter auf dem Weg der Dunkelheit, wird die Seele eines Tages kein Licht mehr aufnehmen und weitergeben können. Deshalb ist es notwendig, die Seele regelmäßig einer Reinigung zu unterziehen, in aufrichtiger Selbsterkenntnis, Buße und dem Vorsatz, künftighin einen anderen Weg einzuschlagen – den Weg des Lichts.