undefined. undefined NaN · Dienstag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung — 1 Kön 8,22-23.27-30
Wir hören. Der Tempel ist vollendet. Die Bundeslade und das Zeltheiligtum sind überführt und Salomo beginnt das große Tempelweihegebet. Die Gemeinde ist im Freien im Tempelhof versammelt, der König kniet vor dem großen Brandopferaltar, der vor der Eingangshalle des Tempelhauses steht. Salomo richtet sein Gebet an den Gott Israels, den einzigartigen Gott, der im Lauf der Geschichte Israel stets die Treue gehalten hat. Zu Beginn seines Gebetes bringt Salomo sein ehrfürchtiges Staunen über die Größe Gottes zum Ausdruck und fragt sich, ob Gott tatsächlich in dem von Menschen gebauten Tempel wohnen könnte. Doch tatsächlich ist der Tempel nicht eigentlich Gottes Wohnung, sondern der Ort, an dem „sein Name wohnt“. An diesem Ort können die Menschen Gott anrufen und ihm begegnen. Der an Zeit und Raum gebundene betende Mensch kann so einer heiligen Stätte des göttlichen „Hörens“ gewiss sein. Ist dir bekannt, dass Gott größer ist als jede Vorstellungskraft? Er ist größer als dieses endlose Universum und gleichwohl überall anzutreffen. Sein Geist durchwirkt alles, selbst dein Innerstes. Natürlich kannst du deshalb überall auf dieser Welt zu ihm beten. Doch Gott möchte Gemeinschaft, mit ihm und Gemeinschaft der Gläubigen untereinander. Gemeinschaft mit ihm leben wir am besten in seinem Haus, in welchem wir sein Wort hören, gemeinsam unsere Bitten an ihn richten und gemeinsam den Leib seines Sohnes Jesus Christus in uns aufnehmen können, gemäß seinem Auftrag: „Tut dies zu meinem Gedächtnis“.
Evangelium — Mk 7,1-13
Die Pharisäer beschuldigen die Jünger Jesu, die rituellen Vorschriften der Tradition nicht einzuhalten. Doch Jesus antwortet entschieden: „Der Prophet Jesaja hatte Recht mit dem, was er über euch Heuchler sagte, wie geschrieben steht: Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, sein Herz ist aber weit weg von mir. Vergeblich verehren sie mich; was sie lehren, sind Satzungen von Menschen“ (Mk 7,6). Was tut Jesus da? Nun, Jesus möchte die Pharisäer aus dem Irrtum herausholen, in dem sie gefangen waren: Gottes Gebote zu vernachlässigen, um erstarrten menschlichen Traditionen zu folgen. In Wahrheit, so sagt Jesus, geht es nämlich um die Beziehung zwischen Mensch und Gott und somit um die Echtheit des religiösen Lebens. Der Heuchler steht dieser Echtheit fern. Darum warnt uns Jesus, stets auf diese Diskrepanz zu achten und darauf, was der wahre Mittelpunkt unseres Glaubens ist: Dieser muss stets die Liebe zu Gott und zum Nächsten sein. Aber: Wer sind diese Nächsten? Es sind die Bedürftigen, die Gebrechlichen, die am meisten Ausgegrenzten und die Alleinstehenden und Kranken. Es sind jene Menschen, derer sich der Herr besonders annimmt, und er fordert uns auf, dasselbe zu tun. Seien wir daher wachsam. Schreiten wir mit aufmerksamen Augen durch diese Welt und achten wir auf unsere Art zu denken. Lassen wir alle Formen des Egoismus, der Eitelkeit, der Gier und des Stolzes hinter uns und öffnen wir unser Herz für die Barmherzigkeit und Nächstenliebe.