undefined. undefined NaN · Sonntag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung — Jes 58,7-10
Nach der Rückkehr aus dem Exil wurde der Tempel in Jerusalem wieder aufgebaut, Gottesdienste abgehalten und der Alltag nahm seinen Lauf – jedoch anders, als es sollte. Die ärmere Bevölkerung litt zunehmend unter dem profitsüchtigen und egoistischen Verhalten der Oberschicht. Gewalt, Schulden, Armut, Hunger und Obdachlosigkeit wurden zu einem unübersehbaren Problem. Alles Fasten und Beten schien in dieser Situation vergeblich zu sein, Gott griff nicht ein. Jesaja erkennt, dass natürlich alle Bemühungen, Gott umzustimmen, vergeblich sein müssen, solange nicht die Grundpflichten gegenüber den Schwachen, Armen und Hungrigen erfüllt werden. Er kritisiert damit nicht das Fasten und das Beten an sich, sondern die falsche Einstellung der Herzen gegenüber den sozialen Verpflichtungen zu den Untergebenen und Armen. Wahres Fasten – so meint Jesaja –geschieht im Herzen, im Öffnen des Herzens mit dem gleichzeitigen Verschließen des eigenen Selbst, der schädlichen Selbstbezogenheit. Gott verlangt von uns Gerechtigkeit und Ehrlichkeit. Er verabscheut fromme religiöse Übungen zum Zweck ihrer selbst, denn der Weg zu ihm führt ausschließlich über den Nächsten. Gott möchte, dass wir in Gemeinschaft leben, zueinander, miteinander und zu ihm. Fasten wir daher beim Egoismus, beim Blick lediglich auf uns selbst. Wenn wir das tun – und nicht nur in der Fastenzeit – wird der gewünschte Wohlstand für alle eintreten, denn dann haben wir mit Sicherheit Gott auf unserer Seite.
Evangelium — Mt 5,13-16
In der heutigen Perikope fordert uns Jesus auf, Salz und Licht für andere zu sein. Warum das? Salz würzt sich nicht selbst, sondern steht stets anderen zu Diensten. Das Licht beleuchtet sich nicht selbst, es dient. Salz und Licht sind also dazu da und bereit, anderen zu helfen, Geschmackloses wieder schmackhaft zu machen und dunkle Stunden aufzuhellen. Im täglichen Leben Christ zu sein bedeutet daher, wie das Licht zu dienen, wie Salz mangelhafte Umstände zu beseitigen, Freude zu bringen und den Dialog anzubieten. Licht, das zu schwach ist, um Dunkelheit zu durchdringen oder zu beseitigen, ist keine Hilfe – und ebenso Salz, das dem Leben keine Würze mehr gibt. Anders verhält es sich bei uns Menschen. Nutzlose Menschen, die sich gegen das Leben stellen, die menschliche Gemeinschaft ablehnen und ausschließlich für ihre eigenen Interessen leben und kämpfen, haben noch immer die Chance, durch die Aufnahme von Gottes Wort, wieder an Qualität zu gewinnen, umzukehren und doch noch etwas zum Nutzen aller und somit auch zum tieferen Nutzen für sich selbst, beizutragen. Der Glaube kann dieses Wunder bewirken. Deshalb ist es unsere Aufgabe, als Christen, den Glauben auch dort zu verbreiten, wo die Wahrheit noch nicht erkannt wurde und Dunkelheit die Welt regiert.