undefined. undefined NaN · Freitag
Auf den Punkt.
Kurzauslegung zur Tageslesung und zum Tagesevangelium — mit Diakon Peter Scheuchel aus der Wallfahrtskirche Mariabrunn.
Erste Lesung — Sir 47,2-11
Der Autor des Buches Jesus Sirach hat als Weisheitslehrer großes Interesse daran, zu zeigen, wie menschliches Handeln in allen Lebensbereichen von der göttlichen Weisheit her gestaltet werden kann. Das Buch ist mit seinen 51 Kapiteln nicht nur das umfangreichste Weisheitsbuch des Alten Testamentes, sondern auch des alten Orients. Entstanden ist das Buch zwischen 190 und 175 v. Chr. und wurde einige Jahre danach vom Enkel Sirachs ins Griechische übersetzt. Die Kapitel 44 bis 51 beinhalten ein einzigartiges „Loblied auf die Väter“, in welchen sich die Größe und Herrlichkeit von großen und weisen Menschen in der Geschichte Israels zeigt. Jesus Sirach beschreibt hierbei die verschiedenen Fähigkeiten dieser großen Männer, für die sie in der Vergangenheit geehrt wurden. Kapitel 47 ist dabei König David gewidmet, als dem bedeutendsten König Israels. Jesus Sirach hebt dessen besondere Leistung für Israel hervor, als Held, Krieger und Retter seines Volkes, zum Verständnis dafür, warum Gott Davids Schuld verziehen hat. Natürlich soll das nicht als Beispiel dafür dienen, dass der Mensch sich durch eigene Leistung aus seiner Schuld befreien kann. Niemand ist fähig dazu. Was wir tun können, ist, in uns zu gehen, unsere Verfehlungen zu bekennen, zu bereuen und Buße zu leisten. Gott liebt reumütige Herzen und empfängt uns stets mit offenen Armen, wenn wir mit schlechtem Gewissen zu ihm zurückkehren. Denken wir nur an das Gleichnis vom verlorenen Sohn: täglich schaut der Vater danach aus, ob er nicht schon seinen vor Jahren ausgezogenen Sohn zurückkommen sieht. Als es dann so weit war, hat er ihn mit offenen Armen empfangen und ein großes Fest gefeiert.
Evangelium — Mk 6,14-29
Johannes, der größte und letzte der Propheten, sollte einen schändlichen Tod sterben. Sein Tod sollte, was Schmach, Schande und auch Unschuld betrifft, ähnlich dem Sterben des Herrn am Kreuz sein. Der Täufer hatte Herodes getadelt, weil dieser eine ungesetzliche Ehe mit Herodias, der Frau seines Bruders, eingegangen war. Herodias war wütend darüber und schwor ihm Rache und plante, Johannes töten zu lassen, was ihr auch auf abscheuliche Weise gelang. Johannes war in seiner Situation im Kerker in einer schlimmen Bedrängnis. Aber Drangsale gibt es und wird es immer in unserem Leben geben. Doch Jesus fordert uns auf, Mut zu haben. Er sagt: „Ich habe die Welt besiegt.“ (Joh 16,33b). Deshalb kann er uns helfen voranzugehen. Er kann uns helfen, Drangsale zu ertragen. Ertragen bedeutet mehr als nur Geduld zu haben. Es bedeutet, die Drangsale auf unseren Schultern zu tragen, ihrer Last zu widerstehen. Jesus sagt uns dazu: „Habt Mut in jenem Augenblick. Ich habe gesiegt, auch ihr werdet Sieger sein.“ Er ergänzt, dass wir Drangsale und Verfolgungen tatsächlich ertragen können, wenn wir uns ihm ganz anvertrauen. Denn nur er allein vermag es, uns die Kraft für ungetrübte Hoffnung zu verleihen, für Ausdauer im Glauben und im Leben. Vertrauen wir ihm daher unsere Drangsale an. Sagen wir: „Nimm du dich ihrer an, sie sind Dein!“